Die "Zeit" hinterfragt den Bilanzgewinn des Privatbankhauses Warburg

Im Geschäftsbericht 2016 der Hamburger M.M. Warburg & Co. (Warburg) wird ein Ergebnis vor Steuern von 29,7 Millionen Euro ausgewiesen. Die „Zeit“, berichtet in ihrer Ausgabe vom 7. September 2017, dass der Jahresgewinn allein dank eines Sonderertrages in Höhe von 44,4 Millionen Euro in Form von Immobilienverkäufen möglich wurde. Verkauft wurde unter anderem der Stammsitz des Bankhauses.

Die „Zeit“ hat sich bei ihren Recherchen von einem Finanzanalysten unterstützen lassen und verweist auf das öffentliche Verzeichnis des Bundesanzeigers, demzufolge Warburg im Berichtsjahr Reserven in Höhe von 20,5 Millionen Euro aufgelöst hat. Der Analyst wird mit den Worten zitiert: „Es gebe aus bilanztechnischer Sicht keinen Zweifel, dass man die Sondererträge aus den Immobilien und aus der ‚340f‘-Reserve gegen den ausgewiesenen Gewinn rechnen müsse.“

Zusätzlich merkt die Wochenzeitung an, dass es laut Geschäftsbericht „erneut erhebliche Belastungen aus unseren Schiffskredit-Engagements“ gegeben habe und die Gesellschafter die Bank mit rund 53 Millionen Euro durch eine Kapitalerhöhung unterstützt und im Jahr 2015 eine Art Gewinnzuschuss in Höhe von 16 Millionen Euro geleistet hätten.

Das Bankhaus Warburg merkt hierzu an, dass durch den Immobilienverkauf stille Reserven angehoben werden sollten und eine Zweckgesellschaft im Besitz der Familien der Käufer gewesen sei. Zur Hebung der Rücklage verweist Warburg auf den Zweck einer Rücklage „in bestimmten Situationen darauf zurückgreifen zu können.“ Die Mittelzuführung begründet Warburg mit den gestiegenen Kapitalanforderungen der Regulierer und sieht darin zudem ein Bekenntnis der Gesellschafter zum Bankhaus. Zu den bei Schifffahrtskrediten erlittenen Verlusten weist Warburg darauf hin, bereits seit 220 Jahren in diesem Geschäftsbereich tätig zu sein und betont, auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Reedern zur Seite zu stehen.

Gegenüber DFPA wollte das Bankhaus keine weitergehenden Erklärungen abgeben und verwies auf seine Stellungnahmen im Artikel der „Zeit“. (TS1)

www.zeit.de

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