Deutsche Kreditwirtschaft: "MiFID II muss auf den Prüfstand"

Die deutschen Banken und Sparkassen begrüßen es, dass sich nun auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit den Auswirkungen von MiFID II und PRIIPs aus Kundensicht befasst und die Ergebnisse einer entsprechenden Studie veröffentlicht hat (DFPA berichtete). Bereits im März 2019 hatte die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) hierzu eine von Prof. Dr. Stephan Paul, Ruhr-Universität Bochum, erstellte Auswirkungsanalyse veröffentlicht.

Neben Gemeinsamkeiten in den beiden Studien gibt es auch unterschiedliche Ergebnisse. So kann die DK im Unterschied zu den Ergebnissen der BaFin-Umfrage nicht nachvollziehen, dass die Aufzeichnung von Telefongesprächen bei den Kunden gut ankäme. Denn: Viele Kunden haben sich aus dem Telefongeschäft bereits zurückgezogen. So ist bei deutschen Banken und Sparkassen die Anzahl telefonisch erteilter Orders um die Hälfte eingebrochen und drei Viertel aller Kunden möchte am liebsten auf die Telefonaufzeichnung verzichten. Dass die BaFin-Studie zu anderen Zahlen kommt, lässt sich aus Sicht der DK dadurch erklären, dass hier nur Kunden befragt wurden, die heute weiterhin noch telefonisch Orders erteilen. Und selbst von diesen möchten laut BaFin-Studie 48 Prozent auf die Sprachaufzeichnung verzichten.  

Auch aus den Ergebnissen der BaFin-Studie ist zu erkennen, dass viele Kunden die neuen Informationsmittel aus MiFID II nicht nutzen. Viele Banken und Sparkassen stellen überdies fest, dass die neuen Vorgaben zudem zu Frust bei Kunden führen, weil sie sich ausgebremst oder bevormundet fühlen. Die deutschen Banken und Sparkassen fordern daher erneut, dass die Kunden die Möglichkeit haben sollten zu wählen, welche Informationen sie erhalten wollen. Nur so kann die Akzeptanz von Wertpapiergeschäften erhöht werden. Deshalb müsse MiFID II auf den Prüfstand.

Quelle: Pressemitteilung Bundesverband deutscher Banken

Der Bundesverband deutscher Banken vertritt die Interessen des privaten Kreditgewerbes und vermittelt zwischen den Interessen der privaten Banken, Politik, Verwaltung, Verbraucher und der Wirtschaft. (TH1)

www.bankenverband.de

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