"Wohnungsbau braucht wirksame Lösungen statt ideologischer Augenwischerei"

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gingen im Jahr 2018 in Deutschland die Baugenehmigungen um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab (DFPA berichtete). Axel Gedaschko, Präsident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, sieht darin „kein gutes Zeichen für die Zukunft des bezahlbaren Wohnens“. „Von den jährlich notwendigen neuen Wohnungen in Deutschland bleiben wir meilenweit entfernt, denn genehmigt ist noch lange nicht gebaut. Statt immer mehr Bremsen brauchen wir drastisch mehr bezahlbaren Wohnungsbau“, so Gedaschko.

„Es muss jetzt an den wirksamen Stellschrauben gedreht werden, um den Wohnungsbau dauerhaft anzukurbeln. Ideologische Diskussionen um immer weitere Regulierungen der Wohnungsmärkte oder gar Enteignung wie in Berlin sind Augenwischerei und zementieren die Wohnungsnot auf Dauer“, warnte Gedaschko. „Die Lösungen liegen auf dem Tisch: Das im Koalitionsvertrag verankerte Planungs- und Baubeschleunigungsgesetz muss zügig kommen. Steuerliche Verbesserungen für den Wohnungsbau müssen dringend als dauerhafte Änderung statt nur für gerade einmal drei Jahre mit der Wirkung eines Strohfeuers umgesetzt werden. Die Genehmigungskapazitäten in den Ämtern sind zu erhöhen und die Ergebnisse der Baukostensenkungskommission aus der letzten Legislaturperiode dringend umzusetzen. Kommunen, Länder und die Bundesregierung müssen an einem Strang ziehen, denn nur wenn alle Maßnahmen zusammen wirken, lässt sich das notwendige Tempo beim Wohnungsbau erreichen.“

Zudem müsse die serielle und standardisierte Bauweise gefördert und dazu eine bundesweit gültige bauliche Zulassung für diese Gebäude geschaffen werden, so der GdW-Chef. Nur so könne den derzeit auf einem Höchststand befindlichen Kapazitätsengpässen entgegenwirkt werden. Die Wohnungswirtschaft habe zukunftsweisende Konzepte für seriellen und modularen Wohnungsbau vorgelegt, die in einer Rahmenvereinbarung als Ergebnis eines erstmals durchgeführten europaweiten Wettbewerbs vorliegen, bestellt und gebaut werden könnten.

Quelle: Pressemitteilung

Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als größter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europäischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. (JF1)

www.gdw.de

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