Die wachsende Bedeutung privater Märkte macht Vermögensverwaltern das operative Leben zunehmend schwer. Laut einer aktuellen Branchenanalyse des Finanztechnologieunternehmens Arcesium stehen Chief Technology Officers (CTOs) vor immer komplexeren Aufgaben: Dateninseln, inkompatible Performancemessung zwischen Public- und Private-Assets sowie steigende Skalierungsanforderungen erschweren den Blick auf das Gesamtportfolio – und damit die Erfüllung des steigenden Anlegerwunsches nach maßgeschneiderten, diversifizierten Lösungen.
Viele Asset-Manager bemühen sich um die Integration privater Marktstrategien in Mandate und SMAs, stoßen dabei jedoch auf technische und organisatorische Grenzen. Die Analyse zeigt: Portfolios, die Aktien, Anleihen und illiquide Anlagen kombinieren, benötigen Systeme, die unterschiedliche Kennzahlen – von Total Return bis IRR, MOIC oder Sharpe Ratio – in einer konsistenten Sicht zusammenführen.
Eine Studie von McKinsey unter den 50 größten Asset-Managern belegt, dass Anbieter mit vollständiger Portfolio-Transparenz deutlich stärkere Zuflüsse und überdurchschnittliches Umsatzwachstum erzielen. Voraussetzung dafür seien robuste Datenplattformen plus integrierte Prozesse, die Bewertung, Corporate Actions und Risikodaten über alle Anlageklassen hinweg zusammenführen.
Zwei Betriebsmodelle kristallisieren sich laut Analyse heraus:
(1) Ein einheitliches End-to-End-System, das vor allem für kleinere, organisch gewachsene Häuser geeignet ist. Es reduziert Kosten, verringert Integrationsrisiken und ermöglicht den schnellen Einstieg in neue Anlageklassen wie Private Credit.
(2) Ein zentrales, flexibles Datenmanagement, das insbesondere große, durch Zukäufe gewachsene Asset-Manager benötigen. Unterschiedliche Plattformen für Private Equity, Private Credit oder Infrastruktur lassen sich häufig nicht ersetzen; stattdessen sorgt eine integrierende Datenebene für konsistente Analysen und Berichte.
Die zunehmende „Retailisierung“ privater Märkte – etwa über Interval Funds oder BDCs – verschärft die Anforderungen zusätzlich. Systeme müssen Bewertungen zwischen liquiden und illiquiden Anlagen synchronisieren und einen einheitlichen NAV ermöglichen.
Branchenstimmen erwarten, dass hybride Produktstrukturen weiter zunehmen. „Zugang zu globaler wirtschaftlicher Entwicklung ist ohne Private-Markets-Exposure kaum möglich“, sagt John L. Bowman, CEO der CAIA Association.
Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass flexible, skalierbare Technologiearchitekturen entscheidend werden. CTOs und CDOs müssten vermeiden, sich auf starre Plattformen festzulegen: Nur wer Daten schnell integrieren und Portfolios ohne technologische Hürden weiterentwickeln könne, werde im Wettbewerb bestehen – und neue Strategien, regulatorische Anforderungen oder Produktideen mit minimaler Verzögerung umsetzen können. (DFPA/abg)
Arcesium ist ein globales Finanztechnologieunternehmen mit Sitz in New York, das sich auf die Bereitstellung von Datenmanagement-, Analyse- und operativen Plattformen für anspruchsvolle Finanzinstitutionen spezialisiert hat, darunter Hedgefonds, Banken und Vermögensverwalter. Gegründet wurde Arcesium im Jahr 2015. Die Mitarbeitendenzahl liegt bei etwa mehr als 2.400.