BaFin: Mehr Beschwerden über Banken und Versicherer
Die Zahl der Beschwerden von Verbraucherinnen und Verbrauchern über Banken und Versicherer ist deutlich gestiegen. Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mitteilte, gingen 2025 rund 46.400 Beschwerden ein – etwa ein Drittel mehr als im Vorjahr.
Nach Angaben des Bafin-Verbraucherschutzbeauftragten Christian Bock gibt es keinen einzelnen Auslöser für den Anstieg. Vielmehr deute die Entwicklung auf eine wachsende Unzufriedenheit mit Finanzdienstleistern hin. Häufige Kritikpunkte seien mangelnde Erreichbarkeit und Probleme im Kundenservice, etwa bei Depotüberträgen, Nachlassfällen oder Pfändungsschutzkonten.
Bei Banken entfällt etwa die Hälfte der Beschwerden auf wenige große Institute, während rund ein Drittel Neobanken betrifft. Letzteres könne auch daran liegen, dass Kundinnen und Kunden die eingeschränkte persönliche Betreuung digitaler Anbieter unterschätzten.
Bei Versicherern stehen vor allem lange Bearbeitungszeiten und Streit über Leistungen im Fokus. Der deutliche Anstieg sei hier allerdings teilweise auf einen Einzelfall zurückzuführen und lasse keinen generellen Branchentrend erkennen.
Die Bafin wertet Beschwerden als wichtiges Instrument, um strukturelle Probleme zu identifizieren und bei Bedarf regulatorisch einzugreifen. Einzelne Ansprüche von Verbrauchern kann die Behörde jedoch nicht durchsetzen. (DFPA/abg)
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main. Sie vereinigt die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel unter einem Dach. Ihr Hauptziel ist es, ein funktionsfähiges, stabiles und integres deutsches Finanzsystem zu gewährleisten.