Bankbeschäftigte empfinden KI überwiegend als unterstützend und bereichernd
Künstliche Intelligenz (KI) durchdringt immer stärker die Arbeit in den wissensbasierten Dienstleistungen: Im privaten Bankgewerbe nutzt inzwischen mehr als ein Drittel der Beschäftigten im Arbeitsalltag mindestens gelegentlich KI, knapp ein Fünftel sogar sehr häufig oder häufig und immer öfter auch im Kundendialog. Dabei empfinden die Beschäftigten KI überwiegend als unterstützend und bereichernd, was sich positiv auf ihre Arbeitszufriedenheit, Motivation und Gesundheit auswirkt. Zu diesen Ergebnissen kommt der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) in einer Studie.
Die wichtigsten Ergebnisse: Der Einsatz von KI ist für immer mehr Beschäftigte im privaten Bankgewerbe schon Alltag: Knapp die Hälfte von ihnen nutzt KI, mehr als ein Drittel tut dies mindestens gelegentlich und etwa jeder Fünfte sogar (sehr) häufig.
KI kommt bei privaten Banken als Unterstützung vor allem dort zum Einsatz, wo sich Rückschlüsse aus großen Datenmengen ziehen lassen – insbesondere in Backoffice, Betrugserkennung und -prävention und der Bonitätsbewertung. Den größten Schub gab es in den vergangenen fünf Jahren bei Anwendungen zum Kundendialog. Daran zeigt sich, dass viele Kundenberater im Privatkundengeschäft (Retail Banking) mittlerweile in digitalen Beratungszentren mit vermehrter KI-Unterstützung arbeiten. Auffällig sei, dass KI auch in der hochwertigen Beratung (Investment Banking, Private Banking) weit überdurchschnittlich häufig zum Einsatz kommt, weil sie wertvolle Unterstützung etwa im Portfoliomanagement biete.
Die Befragung zeigt eine deutliche Lücke in der Nutzung, wenn es um das Alter geht. Während etwa jede(r) dritte Beschäftigte unter 30 Jahren KI-Anwendungen nutzt, tut das in der Gruppe der über 50-Jährigen nur jede achte Person.
Diejenigen, die in den privaten Banken KI nutzen, bewerten ihre Arbeitszufriedenheit und Gesundheit durchweg positiver als ihre Kollegen, die keine KI anwenden. Das gilt insbesondere für die Aspekte „ausreichend Zeit und Ressourcen“ (87 Prozent der KI-Anwender sind damit zufrieden, aber nur 64 Prozent derjenigen, die keine KI nutzen) und „Aufstiegsmöglichkeiten“ (diese bewerten 86 Prozent der KI-Nutzenden, aber nur 55 Prozent der Nicht-KI-Nutzenden positiv).
Zugleich haben die Banken-Arbeitgeber auch mögliche Risiken von KI im Blick. Deshalb haben sich die europäischen Banken-Sozialpartner schon im Mai 2024 als erste Branche auf eine gemeinsame Erklärung zu den Auswirkungen von KI verständigt. Darin treten sie unter anderem für einen verantwortungsvollen Einsatz von KI ein. (DFPA/mb)
Dem AGV Banken gehören rund 100 Institute (Großbanken, Regionalbanken, Pfandbriefbanken, Spezialbanken, Privatbankiers und Bausparkassen) mit über 135.000 Beschäftigten an. Der Arbeitgeberverband vertritt die sozialpolitischen Interessen seiner Mitglieder, schließt als Tarifträger auf Bundesebene Tarifverträge mit den Gewerkschaften ab, informiert und berät die Mitgliedsinstitute und vertritt sie vor Arbeits- und Sozialgerichten in Grundsatzfragen.