CFS-Index: Finanzinstitute wachsen, Dienstleister dauerhaft im Minus
Der CFS-Index des Centers for Financial Studies (CFS), der vierteljährlich die Verfassung der deutschen Finanzbranche abbildet, sinkt im vierten Quartal 2025 um 1,4 Punkte auf den Stand von 107,1 Zählern. Die vermeintliche Stabilität ergibt sich jedoch daraus, dass die deutlichen Verluste der finanzdienstleistenden Unternehmen von den stabilen Zuwächsen bei den Finanzinstituten rechnerisch ausgeglichen werden.
Während die Bewertungen der befragten Fach- und Führungskräfte bei den Finanzinstituten auf neue Höchststände beim Umsatz- und Ertragswachstum hinauslaufen, verfestigt sich bei den Dienstleistern ein klarer Trend zu Ergebnissen, die unter der neutralen Marke von 100,0 liegen. Enttäuschend ist auch die schwächelnde Bedeutung Deutschlands als internationaler Finanzplatz in den Augen der Panelisten.
„Zur Besorgnis für den Finanzplatz gibt besonders Anlass, dass die Erwartungen der befragten Dienstleister sich in allen Bereichen wieder deutlich verschlechtert haben“, kommentiert Prof. Dr. Rainer Klump, Direktor des CFS.
Die Bewertung der zukünftigen internationalen Bedeutung des Finanzplatzes Deutschland ist nach dem vierten Quartal 2025 um 9,0 Punkte eingebrochen und markiert im Mittel der Angaben von Finanzinstituten und Dienstleistern einen Stand von 91,7 Punkten. Besonders in der Wahrnehmung der dienstleistenden Unternehmen in der Finanzbranche verliert der Standort zunehmend an internationaler Bedeutung, sodass sich ein Wert von nur 85,6 Zählern ergibt. Die erhoffte Trendwende bei den Bewertungen der Branche habe sich nicht eingestellt.
Das Wachstum der Umsätze bei den Finanzinstituten verstetigt sich im vierten Quartal 2025 mit einem Plus von 6,3 Punkten auf 127,8 Punkte, den höchsten Stand, den dieser Einzelwert seit der Weltfinanzkrise im Jahr 2007 jemals erreicht hat. Ein entgegengesetzter Trend zeigt sich bei den dienstleistenden Unternehmen. Dort verstärkt sich die Bewegung ins Minus: Das Umsatzwachstum sinkt nochmal um 10,8 Punkte auf 96,2 Zähler und damit unter die neutrale Schwelle von 100,0 Punkten. Die Erwartungen bei Finanzinstituten (plus 3,1 Punkte) und Dienstleistern (minus 11,6) führen die derzeitige Entwicklung in die Zukunft fort. (DFPA/mb)
Das Center for Financial Studies (CFS) ist ein unabhängiges, nicht gewinnorientiertes Forschungsinstitut. Träger ist die gemeinnützige Gesellschaft für Kapitalmarktforschung e.V. (GfK). Das Institut wurde 1967 unter dem Namen Institut für Kapitalmarktforschung gegründet und im Jahr 1996 in Center for Financial Studies umbenannt.