Deutsche Banken: Dritter Rekordgewinn in Folge
Nach vorläufigen Daten der Europäische Zentralbank (EZB) haben deutsche Banken ihren Gewinn vor Steuern im Jahr 2025 auf 53,8 Milliarden Euro gesteigert. Damit zeichnet sich der dritte Rekordwert in Folge ab. Das Wachstum wurde laut Research-Unternehmen Barkow Consulting insbesondere von kleineren Instituten getragen, die ihre Vorsteuerergebnisse um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr ausweiteten, während große Banken ein Plus von 16 Prozent verzeichneten.
Trotz eines seit rund zwei Jahren rückläufigen Zinsumfelds konnte das aggregierte Zinsergebnis um 2,1 Prozent gesteigert werden. Treiber waren vor allem große Institute mit einem Anstieg von 7,6 Prozent, während kleinere Banken einen Rückgang von 2,5 Prozent hinnehmen mussten.
Das Provisionsergebnis entwickelte sich weiterhin positiv und legte um 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Gleichzeitig war die Risikovorsorge rückläufig (minus 6,5 Prozent), was die Ergebnisentwicklung zusätzlich unterstützte. Demgegenüber erhöhte sich der Verwaltungsaufwand um vier Prozent, wobei der Kostenanstieg bei großen Banken (plus 6,5 Prozent) deutlich stärker ausfiel als bei kleineren Instituten (plus 1,4 Prozent).
Die EZB-Zahlen unterstreichen die anhaltend exzellente Ertragslage des deutschen Bankensektors trotz Gegenwind durch sinkende Zinsen. Während große Institute auch durch Absicherungsgeschäfte weiterhin vom Zinsgeschäft profitieren, zeigt sich bei kleineren Banken eine stärkere Abhängigkeit von der Zinsentwicklung und erster Gegenwind. Gleichzeitig deute der Kostenanstieg insbesondere bei großen Banken auf anhaltenden Effizienzdruck hin. (DFPA/mb)
Barkow Consulting ist ein 2009 gegründetes deutsches Analyse- und Beratungsunternehmen und spezialisiert sich vornehmlich auf den Finanzsektor.