Impact entsteht durch das Zusammenspiel vieler Akteure – Investoren, Unternehmer, Partner und andere Stakeholder. Die genaue Zuweisung des daraus entstehenden Impacts bleibt jedoch schwierig, da es methodische Herausforderungen, Datenlücken und überlappende Beiträge gibt meint Lisa Hehenberger, Mitglied des Impact-Beratungsgremiums beim niederländischen Impact Investor Rubio Impact Ventures.
Viele Impact-Investoren schreiben sich bislang 100 Prozent des Impacts eines Portfoliounternehmens zu. Das führt zu überhöhten Zahlen und einer verzerrten Wahrnehmung der Fortschritte in Richtung globaler Ziele wie Netto-Null-Emissionen und die SDGs führt, erläutert die Direktorin am Esade Center for Social Impact und außerordentliche Professorin an der Universität Barcelona. Rubio Impact Ventures habe seit 2015 in über 40 Unternehmen investiert und erkannt, dass ein belastbares Modell zur fairen Attribution fehlt.
Die Herausforderung der Attribution
Attribution bedeutet, soziale oder ökologische Auswirkungen kausal mit spezifischen Aktivitäten zu verknüpfen. In der Realität ist Impact jedoch fast immer das Ergebnis kollektiver Anstrengungen. Projekt Frame unterscheidet hierbei zwei Modelle: „Value Chain Attribution“ verteilt den Impact entlang der Wertschöpfungskette, während „Capitalisation Attribution“ den Impact unter den Anteilseignern eines Unternehmens aufteilt.
Warum Attribution wichtig ist
Eine Studie des Donor Committee for Enterprise Development (DCED) zeigt, dass Attribution Transparenz und Vertrauen stärkt, Ressourcen effizienter lenkt und zusätzliche Wirkung validiert. Allerdings ist sie schwer umzusetzen, da Daten fehlen und die Methodik komplex ist. In der Debatte gibt es zwei Lager: Die Befürworter betonen, dass selbst unvollkommene Modelle Transparenz verbessern. Kritiker warnen, dass Attribution von der eigentlichen Zielsetzung – der Schaffung von Impact – ablenken könnte.
Ich definiere vier Ansätze zur Attribution: Beitrag statt Attribution: Fokus auf die Rolle des Investors ohne exakte Zuordnung von Impact. Dieser Ansatz ist ehrlich und einfach, bringt aber fehlende Transparenz für Entscheidungsträger mit sich. Prorating nach Eigenkapital: Impact-Zuordnung nach dem Anteil des Investors am Unternehmen. Auch dieser Ansatz ist einfach da direkt finanziell verknüpft, aber er berücksichtigt keine nicht-finanziellen Beiträge. Prorating nach Kapital: Impact-Aufteilung basierend auf allen Kapitalarten (Eigenkapital, Fremdkapital, Zuschüsse). Dieser Ansatz ist inklusiver, bedeutet aber eine schwierige Datenerhebung. Prorating + nicht-finanzielle Faktoren: Ergänzt das kapitalbasierte Modell um strategische Unterstützung, Netzwerke usw. Hierbei wird die Rolle von Frühphasen-Investoren berücksichtigt, aber es gibt keine standardisierte Methodik.
Die Rolle nicht-finanzieller Beiträge
Die Forschung zeigt, dass bestehende Modelle den entscheidenden Einfluss von nicht-finanziellen Beiträgen ignorieren. Frühphasen-Investoren gehen hohe Risiken ein, fördern Folgefinanzierungen und bieten strategische Unterstützung, die oft über den Erfolg eines Unternehmens entscheidet. betont: „Wir haben erkannt, dass uns ein robustes Modell zur fairen Attribution fehlt“, so Hehenberger. Rubio Impact Ventures startet mit der Attribution nach Eigenkapital, um eine transparente Grundlage zu schaffen, aber „unser Ansatz ist ein erster Schritt, keine endgültige Lösung.“
Deswegen lädt das Unternehmen andere Akteure ein, gemeinsam weiter an besseren Modellen für Impact-Attribution zu arbeiten. (DFPA/abg)
Rubio Impact Ventures sieht sich als Vorreiter in der Welt des Impact Investing. Das Unternehmen will finanzielle Renditen mit messbaren sozialen und ökologischen Veränderungen verbinden. Ein entscheidender Punkt bei Rubio ist die Messung des sozialen Impacts. Mit speziell entwickelten Methodologien wird überprüft, ob die Investitionen tatsächlich die gewünschten Veränderungen bewirken. Beispiele hierfür sind die Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze, die Reduzierung von CO2-Emissionen oder die Förderung von Bildungschancen.