Die europäische Wertpapieraufsicht ESMA fordert Finanzmarktteilnehmer zu mehr Transparenz bei der Darstellung von ESG-Strategien auf. Unklare Begriffe wie ESG-Integration oder ESG-Ausschlüsse bergen aus Sicht der Behörde erhebliche Greenwashing-Risiken für Anleger.
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) hat eine zweite thematische Mitteilung zu nachhaltigkeitsbezogenen Aussagen veröffentlicht. Der Fokus liegt auf ESG-Strategien, insbesondere auf der Verwendung der Begriffe ESG-Integration und ESG-Ausschlüsse, die in Marketingunterlagen für Privatanleger häufig verwendet werden. Da diese Begriffe je nach Anbieter unterschiedlich ausgelegt würden, bestehe ein erhöhtes Risiko irreführender Kommunikation, teilte die Behörde mit.
Ziel der Mitteilung sei es nicht, die Strategien verbindlich zu definieren, sondern Marktteilnehmer dazu anzuhalten, klar und nachvollziehbar darzulegen, was sie konkret darunter verstehen. Wie bereits in einer früheren Veröffentlichung zu ESG-Kennzahlen enthält das Papier praktische Hinweise zu zulässigen und unzulässigen Nachhaltigkeitsaussagen. Diese werden anhand von Beispielen guter und schlechter Marktpraktiken erläutert. (DFPA/abg)
Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) wurde am 1. Januar 2011 gegründet und hat ihren Sitz in Paris. Sie ist Teil des Europäischen Finanzaufsichtssystems (ESFS) und hat die Aufgabe, das öffentliche Interesse zu schützen, indem sie zur Stabilität und Effektivität des Finanzsystems in der EU beiträgt.
European Securities and Markets Authority