Die Europäische Kommission und die Europäische Investitionsbank (EIB) wollen institutionelle Investoren stärker für europäische Technologieunternehmen in der Wachstumsphase gewinnen. Ein neues freiwilliges Bündnis soll den Zugang zu Venture-Capital- und Growth-Equity-Investments erleichtern und damit die Finanzierungslücke für europäische Scale-ups verkleinern.
Beim TechEU Equity Summit in Luxemburg wurde am 22. September der „European Institutional Investors Pact“ (EIIP) vorgestellt. Nach Angaben der EIB haben zunächst 13 institutionelle Investoren ihre Teilnahmeabsicht bekundet.
Das freiwillige Rahmenwerk soll Investoren den Zugang zum europäischen Venture-Capital- und Growth-Equity-Markt erleichtern. Im Mittelpunkt stehen dabei Unternehmen, die sich in einer späteren Wachstumsphase befinden und zusätzliches Kapital benötigen, um international zu expandieren. Die Initiative ist Teil der EU-Strategie für Start-ups und Scale-ups.
Der Pakt umfasst zwei Elemente. Ein von der Kommission geführtes Policy Dialogue Forum soll den Austausch mit institutionellen Anlegern über regulatorische Entwicklungen und die Investitionspolitik der EU verbessern. Eine von der EIB-Gruppe betriebene Investment-Plattform soll Investoren Zugang zu Investment-Pipelines, Marktdaten und Informationen über das europäische Venture-Capital- und Growth-Equity-Ökosystem ermöglichen.
Die beteiligten Investoren haben nach Angaben der EIB angekündigt, sich unter anderem an großen europäischen Fonds für Later-Stage- und Growth-Equity-Investments zu beteiligen. Dazu zählen die European Tech Champions Initiative 2.0 (ETCI 2.0), der Scaleup Europe Fund sowie weitere über InvestEU unterstützte Fonds. ETCI 2.0 soll bis zu 15 Milliarden Euro an Fondskapital mobilisieren und damit Investitionen von bis zu 80 Milliarden Euro in europäische Scale-ups anstoßen.
Der ebenfalls eingebundene Scaleup Europe Fund soll ein Volumen von fünf Milliarden Euro erreichen. Der von EQT gemanagte Fonds konzentriert sich auf spätere Finanzierungsphasen und strategische Technologiebereiche wie künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, Halbleiter, Robotik, Energie-, Raumfahrt- und Biotechnologien.
EIB-Präsidentin Nadia Calviño bezeichnete den Pakt als gemeinsamen Zugangspunkt für institutionelle Investoren zur europäischen Innovationsfinanzierung. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Europa müsse dafür sorgen, dass innovative Unternehmen wachsen und von Europa aus global tätig werden könnten. (DFPA/abg)
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten der EU. Sie vergibt Mittel für solide Investitionen, die den Zielen der EU dienen. Ihre Schwerpunkte sind Klima und Umwelt, Entwicklung, Innovation und Wissen, kleine und mittlere Unternehmen sowie Infrastruktur und Kohäsion. Die EIB arbeitet eng mit anderen EU-Einrichtungen zusammen, um die europäische Integration voranzubringen, die Union weiterzuentwickeln und die EU-Ziele in über 140 Ländern weltweit zu fördern.