FNZ legt weltweites Abfindungsprogramm auf – Weitere Stellenstreichungen möglich
Der Vermögensverwaltungs-Plattformanbieter FNZ bietet seinen Beschäftigten weltweit ein freiwilliges Abfindungsprogramm an. Wie das Branchenmedium Citywire berichtet, soll die Maßnahme zur Kostensenkung beitragen. Zugleich bereitet sich das Unternehmen Insidern zufolge auf weitere Stellenstreichungen vor.
Das Programm wurde in der vergangenen Woche von Konzernchefin Blythe Masters in einer globalen Mitarbeiterversammlung angekündigt. Die Bewerbungsfrist endete am Freitag. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Antrag angenommen wird, gelten als „good leavers“ und dürfen ihre Unternehmensanteile behalten. Sie werden bis zum Ende der Kündigungsfrist freigestellt und weiterbezahlt. Beschäftigte mit mindestens zwei Jahren Betriebszugehörigkeit erhalten zusätzlich zwei Monatsgehälter, kürzer Beschäftigte die gesetzliche Abfindung.
Beobachter werten das freiwillige Programm als potenziell kostengünstigere Alternative zu betriebsbedingten Kündigungen, die insbesondere bei juristischen Auseinandersetzungen höhere Risiken bergen können. Ein Unternehmenssprecher betonte, Anträge würden individuell geprüft, die Annahme liege im Ermessen des Unternehmens. Die Dienstleistungen für Kunden seien von dem Prozess nicht betroffen.
FNZ hatte zuletzt angesichts anhaltender Verluste Kostensenkungen eingeleitet. Im jüngsten Konzernabschluss wies das Unternehmen einen Vorsteuerverlust von 688,4 Millionen US-Dollar aus, nach 567,6 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Bereits im November war über einen geplanten Abbau von rund drei Prozent der weltweiten Belegschaft berichtet worden. Branchenkreisen zufolge könnte es im ersten Quartal 2026 zu einer weiteren Reduzierung um etwa fünf Prozent kommen. Bei rund 7.000 Beschäftigten entspräche dies insgesamt etwa 600 Stellen.
Das neue Programm fällt zudem in eine Phase andauernder rechtlicher Auseinandersetzungen zwischen FNZ, seinen Private-Equity-Investoren und einer Gruppe von B-Aktionären, überwiegend aktuelle und ehemalige Mitarbeiter. Streitpunkt ist die Verwässerung ihrer Anteile. Ein freiwilliger Austritt im Rahmen des Programms würde es B-Aktionären ermöglichen, ihre Beteiligungen zu behalten – anders als bei früheren Austritten, die als „bad leaver“-Fälle eingestuft wurden. (DFPA/abg)
FNZ ist der globale Plattformanbieter im Bereich des Vermögensmanagements und arbeitet mit über 650 der weltweit führenden Finanzinstitute und über 8.000 Vermögensverwaltungsfirmen zusammen. FNZ beschäftigt 6.000 Mitarbeiter in 21 Ländern.