Angesichts schrumpfender öffentlicher Budgets und wachsender Finanzierungslücken bei den UN-Nachhaltigkeitszielen (SDGs) hat das Netzwerk Impact Europe zu mehr „Additionality“ im Impact Investing aufgerufen.
Bei der Auftaktveranstaltung der neuen Webinarreihe Tap the Untapped betonten Alessia Gianoncelli, Director of Knowledge and Insights, und Alessio Venturato, Data and Insights Analyst von Impact Europe, dass Kapital nur dann wirksam sei, wenn es Ergebnisse ermögliche, die ohne den Mitteleinsatz nicht zustande kämen.
Nach Daten des European Impact Investing Consortium erfüllen die meisten Impact-Investoren diese Anforderung – oft durch eine Kombination aus finanziellen und nicht-finanziellen Beiträgen. Dabei setzen 75 Prozent bewusst geringere Renditen als marktüblich an, 70 Prozent investieren in unterversorgte Sektoren oder Regionen, 64 Prozent bieten langfristiges Kapital, und 61 Prozent gehen überproportionale Risiken ein, um positive Wirkungen zu erzielen. Bemerkenswert sei, dass auch Investoren mit Marktrenditezielen in der Hälfte der Fälle als „additional“ gelten.
Alice Carle von Inco Ventures und Petr Vitek von Tilia Impact Ventures hoben hervor, dass Additionality mehr sei als ein Etikett: Sie erfordere strategische Partnerschaften, geduldiges Kapital und enge Begleitung der geförderten Unternehmen. Nötig seien zudem klare Standards und eine stärkere Zusammenarbeit von Impact-Investoren mit institutionellen, privaten und öffentlichen Geldgebern.
Für Investoren bedeute dies laut Impact Europe, stärker auf den Unterschied zu achten, den ihr Kapital tatsächlich bewirkt – und nicht nur auf die Höhe der eingesetzten Mittel. (DFPA/abg)
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Impact Europe ist das zentrale europäische Netzwerk für Akteure des wirkungsorientierten Investierens. Es vereint über 350 Kapitalgeber – darunter Stiftungen, Impact-Fonds, Banken, öffentliche Geldgeber und Unternehmen – entlang des gesamten „Continuum of Capital“. Ziel ist es, Kapital, Wissen und Menschen zu mobilisieren, um gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen gezielt anzugehen. Die Organisation fördert seit der Gründung 2014 Impact-Investments durch Aufbau neuer Märkte, insbesondere in Osteuropa, Nordafrika und dem Westbalkan.