Europäische Impact-Investing-Verbände fordern das EU-Parlament und die Mitgliedstaaten auf, den Vorschlag der EU-Kommission zur Anerkennung von Impact Investing im Rahmen der Reform der Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) nicht abzuschwächen. In einem offenen Brief warnen GSG Impact, Impact Europe und weitere Organisationen davor, dass die neuen Vorgaben im Gesetzgebungsprozess gestrichen werden könnten.
Die Kommission hatte in ihrem am 21. November vorgelegten Entwurf erstmals definiert, unter welchen Bedingungen Finanzprodukte den Begriff „Impact“ tragen dürfen. Demnach müssen entsprechende Fonds eine klare Wirkungsabsicht verfolgen, messbare soziale oder ökologische Veränderungen anstreben und eine nachvollziehbare Theory of Change vorlegen. Produkte, die diese Kriterien nicht erfüllen, sollen den Begriff „Impact“ künftig nicht mehr verwenden dürfen.
Die Unterzeichner bezeichnen die erstmalige Anerkennung von Impact Investing im EU-Recht als „wichtigen Meilenstein“ für einen schnell wachsenden Markt, der eine zentrale Rolle bei einer gerechten und wettbewerbsfähigen Transformation spiele. Gleichzeitig sehen sie die Gefahr, dass die Passage im Trilogverfahren mit Parlament und Rat wieder herausfällt – vor allem angesichts einer zunehmend EU-kritischen politischen Stimmung.
Der Entwurf („SFDR 2.0“) sieht zudem drei neue Kategorien von nachhaltigkeitsbezogenen Produkten vor: „sustainable“, „transition“ und „ESG basics“. Produkte, die explizit als „Impact“ gelten wollen, müssen mindestens 70 % ihres Portfolios auf entsprechende Wirkungsziele ausrichten und darüber berichten.
Kritik kommt aus Teilen der Branche, weil die Kommission den Grundsatz der „Additionality“ – also die nachweisbare Zusatzwirkung von Kapital – aus dem Entwurf gestrichen hat. Dies solle laut Kommission die Regulierung vereinfachen und Innovation ermöglichen. Verbände konzentrieren sich nun darauf, die verbliebene Definition von Impact Investing im finalen SFDR-Text zu sichern. (DFPA/abg)
Impact Europe ist das zentrale europäische Netzwerk für Akteure des wirkungsorientierten Investierens. Es vereint über 350 Kapitalgeber – darunter Stiftungen, Impact-Fonds, Banken, öffentliche Geldgeber und Unternehmen – entlang des gesamten „Continuum of Capital“. Ziel ist es, Kapital, Wissen und Menschen zu mobilisieren, um gesellschaftliche und ökologische Herausforderungen gezielt anzugehen. Die Organisation fördert seit der Gründung 2014 Impact-Investments durch Aufbau neuer Märkte, insbesondere in Osteuropa, Nordafrika und dem Westbalkan.