Impact Investing entwickelt sich zunehmend von einer Nischenstrategie zu einem festen Bestandteil der Vermögensplanung wohlhabender Familien. Darauf weist die Impact-Investment-Expertin Maren Keeley in einem aktuellen Beitrag für das US-amerikanische Reesearch-Unternehmen Impact Evaluation Lab hin.
Laut Keeley rückt bei vielen vermögenden Anlegern im Laufe ihres Lebens zunehmend die Frage in den Vordergrund, welchen gesellschaftlichen Beitrag ihr Vermögen langfristig leisten soll. Während philanthropisches Engagement, Stiftungen und Nachlassplanung häufig gezielt an persönlichen Werten ausgerichtet würden, bleibe das eigentliche Anlageportfolio oftmals davon unberührt.
Traditionell seien Investitionen und wohltätiges Engagement als getrennte Bereiche betrachtet worden. Spenden hätten dem gesellschaftlichen Nutzen gedient, Kapitalanlagen vor allem der Renditeerzielung. Dieses Verständnis habe sich in den vergangenen Jahren jedoch verändert. Impact Investing habe sich zu einer eigenständigen Anlageklasse entwickelt, die neben finanziellen Erträgen auch messbare soziale oder ökologische Wirkungen anstrebt.
Nach Angaben der Autorin stehen Anlegern inzwischen professionelle Strategien in Bereichen wie erneuerbare Energien, nachhaltige Landwirtschaft, Gesundheitsversorgung, bezahlbarer Wohnraum oder Armutsbekämpfung zur Verfügung. Diese würden zunehmend von institutionellen Vermögensverwaltern angeboten und verfolgten vergleichbare Renditeziele wie traditionelle Investmentfonds.
Gleichzeitig verweist Keeley auf die Herausforderung, die tatsächliche Wirkung solcher Anlagen zu beurteilen. Nicht jede als nachhaltig oder wirkungsorientiert vermarktete Strategie erfülle die entsprechenden Ansprüche. Daher gewinne die unabhängige Bewertung von Wirkungsmessung, Transparenz und finanzieller Performance an Bedeutung.
Für Investoren eröffne dies eine neue Perspektive auf das Thema Vermächtnis. Der gesellschaftliche Einfluss eines Vermögens entstehe nicht erst durch spätere Schenkungen oder Erbschaften, sondern auch durch die laufende Kapitalallokation. Die Frage sei daher nicht mehr nur, wie viel Vermögen hinterlassen werde, sondern welche Entwicklungen und Geschäftsmodelle dieses Vermögen bereits während seiner Investitionsdauer unterstütze.
Den vollständigen Kommentar lesen Sie hier.
Das Impact Evaluation Lab (IEL) mit Sitz in New York stellt Investoren und Fondsmanagern datenbasierte Instrumente bereit, um Transparenz, Vergleichbarkeit und Glaubwürdigkeit im Impact Investing zu erhöhen. Kernangebote sind eine verifizierte Fonds-Datenbank zur Due Diligence sowie ein unabhängiger Impact Authenticity Score zur Bewertung von Wirkungsintegrität und -leistung. Ziel ist es, Impact- und Finanzperformance belastbar zu verknüpfen und damit Kapitalflüsse in wirkungsorientierte Strategien zu erleichtern.