Vermögende Anleger sollten ihre Kapitalanlagen stärker an ihren persönlichen Werten ausrichten und den tatsächlichen Einfluss ihrer Investments kritisch hinterfragen. Zu diesem Ergebnis kommt ein Beitrag des Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP), der für einen konsequenteren Ansatz im Impact Investing wirbt.
Nach Einschätzung der Autoren beeinflusst Kapital bereits durch seine Anlageentscheidungen gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen – unabhängig davon, ob Anleger eine ausdrückliche Impact-Strategie verfolgen oder nicht. Die Vorstellung, Vermögen sei neutral investiert, greife daher zu kurz.
Ein zentrales Problem bestehe darin, dass viele Investoren die Wirkung eines Unternehmens mit ihrer eigenen Wirkung als Kapitalgeber verwechselten. Während ein Unternehmen durch seine Produkte oder Dienstleistungen gesellschaftlichen Nutzen stiften könne, entstehe ein tatsächlicher Investorenbeitrag erst dann, wenn Kapital oder aktives Engagement Veränderungen ermögliche, die ohne diesen Beitrag nicht stattgefunden hätten. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von „Additionalität“.
Besonders große Wirkungspotenziale sehen die Autoren in privaten Märkten wie Venture Capital, Private Equity oder Private Debt. Dort könne Kapital jungen Unternehmen oder Projekten zur Verfügung gestellt werden, die auf herkömmlichem Wege nur eingeschränkt Zugang zu Finanzierung hätten. Als Beispiel wird die frühe Finanzierung des Herstellers pflanzenbasierter Lebensmittel Impossible Foods durch den Unternehmer Bill Gates genannt.
Darüber hinaus plädieren die Experten für eine stärkere Abstimmung von Anlagestrategie und philanthropischem Engagement. Investitionen und Spenden sollten denselben Wertvorstellungen folgen, um Widersprüche zwischen Kapitalanlage und gesellschaftlichen Zielen zu vermeiden.
Auch an den öffentlichen Kapitalmärkten seien Einflussmöglichkeiten vorhanden. Durch aktiven Dialog mit Unternehmen könnten Investoren Verbesserungen bei Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen anstoßen. Nachhaltige Wirkung entstehe daher nicht allein durch die Auswahl „guter“ Unternehmen, sondern vor allem durch gezielte Kapitalallokation und aktives Eigentümerverhalten, so das Fazit der Autoren. (DFPA/abg)
Das Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP) ist eine Stiftung in der Schweiz, die sich der Förderung nachhaltiger Entwicklung in den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und Unternehmensführung widmet. Ziel der Stiftung ist es, nachhaltige Entwicklung sowohl national als auch international durch Information, Bildung und Forschung zu unterstützen und zu fördern. Sie leistet zudem Unterstützung für steuerbefreite Organisationen und Einzelpersonen und stellt sicher, dass die Mittel effizient und im Einklang mit ihrer Mission eingesetzt werden. Siw wurde 2025 am Swiss Institute of Banking and Finance (SBF-HSG) gegründet.