Kryptomarkt stabilisiert sich trotz makroökonomischer Gegenwinde
Nach dem kräftigen Kursrutsch in der vergangenen Woche infolge der Ernennung von Kevin Warsh hat sich der Kryptomarkt zunächst beruhigt. Der Stimmungsindikator Fear & Greed signalisiert weiterhin hohe Verunsicherung, was jedoch laut Krypto-Vermögensverwalter Coinshares in der Vergangenheit häufig mit Phasen der Bodenbildung einherging.
Auch Aktien von Softwareunternehmen, die zuletzt nach der Vorstellung neuer KI-Anwendungen durch das US-Unternehmen Anthropic stark unter Druck geraten waren, zeigten erste Stabilisierungstendenzen. Zwar werde die jüngste Schwäche von Bitcoin teilweise mit der Entwicklung von Technologiewerten erklärt, doch langfristig könnten sich die Perspektiven unterscheiden. Während klassische Softwareanbieter vor allem von Abonnementmodellen leben, könnte die Krypto-Infrastruktur von der zunehmenden Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) profitieren – etwa dann, wenn autonome Programme künftig selbstständig digitale Dienste einkaufen und Transaktionen über Blockchains abwickeln. Die Ankündigung von Coinbase, spezielle digitale Geldbörsen für KI-Anwendungen zu entwickeln, verweise auf dieses Potenzial.
Parallel dazu mehren sich Hinweise auf eine konjunkturelle Belebung. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in den USA stieg im Februar auf 52,6 Punkte und damit erstmals seit mehreren Jahren klar über die Wachstumsschwelle. In der Vergangenheit gingen vergleichbare Bewegungen häufig mit einer Abschwächung der Goldpreise und einer zunehmenden Dynamik bei Risikoanlagen einher. Ob sich dieser Trend fortsetzt, bleibt offen. Für den Kryptomarkt dürfte entscheidend sein, ob die wirtschaftliche Erholung trägt – und ob Bitcoin in einem stabileren Umfeld erneut an Bedeutung gewinnen kann. (DFPA/mb)
Coinshares ist ein börsennotiertes Handels- und Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte.