Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit der Vereinigten Staaten von der Bestnote AAA auf AA1 herabgestuft. Als Gründe nannte Moody’s die wachsende Staatsverschuldung, eine fehlende haushaltspolitische Disziplin und die steigenden Zinslasten. Die Herabstufung war erwartet worden. Sie reiht sich ein in frühere Schritte der Ratingagenturen S[&]P (2011) und Fitch (2023).
Mit dem Schritt verlieren die USA als weltweit größter Emittent von Staatsanleihen ihren letzten AAA-Status bei den drei großen Agenturen. Das begehrte Top-Rating tragen nun nur noch zehn Länder, darunter Deutschland, die Schweiz und Australien.
Nach Einschätzung der Portfoliomanager Greg Wilensky und John Lloyd von Janus Henderson Investors wird die Entscheidung Moody’s jedoch keine tiefgreifenden Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Da große Indexanbieter die Herabstufung bereits mit der Fitch-Entscheidung eingepreist hätten, bleibe eine dramatische Reaktion aus. Zwar stiegen die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen kurzfristig leicht an, bewegen sich laut Bloomberg-Daten vom 19. Mai aber weiterhin in ihrer Jahreshandelsspanne um 4,5 %.
Dennoch signalisiert die Herabstufung aus Sicht der Experten politischen Handlungsbedarf: Die US-Regierung müsse dringend ihre Schuldenpolitik überdenken. Auch die US-Notenbank Fed steht vor Herausforderungen: Zwischen Inflationsdruck, Arbeitsmarktentwicklung und möglichen Folgen der jüngsten Handelsverhandlungen könnte eine längere geldpolitische Pause notwendig werden.
Für Anleiheinvestoren ergeben sich laut Janus Henderson Chancen vor allem am kurzen Ende der Zinskurve. Dort könnten etwa hochwertige Unternehmens- oder verbriefte Anleihen wie ABS oder AAA-bewertete CLOs von möglichen Zinssenkungen profitieren. Zudem empfehlen die Experten, auch nicht-amerikanische Emittenten in den Blick zu nehmen – besonders aus den Schwellenländern, deren wirtschaftliche Fundamentaldaten vergleichsweise stabil erscheinen.
Trotz gesenkter globaler Wachstumsprognosen erwartet der Internationale Währungsfonds ein fortgesetztes Wachstumsgefälle zugunsten der Schwellenländer. Seit 2010 liegt deren Wachstum regelmäßig über dem der USA – ein Trend, der sich laut aktuellen Prognosen fortsetzen dürfte. (DFPA/abg)
Die Janus Henderson Group ist ein aktiver Vermögensverwalter mit Büros in 25 Städten weltweit. Das Unternehmen verwaltet per 31. März 2025 ein Anlagevermögen von etwa 373 Milliarden US-Dollar (ca. 346 Milliarden Euro) und hat über 2.000 Mitarbeiter. Das Unternehmen mit Sitz in London ist an der New York Stock Exchange (NYSE) notiert.
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