Neue Leitlinien der europäischen Finanzaufsicht European Securities and Markets Authority (ESMA) haben nach Einschätzung einer aktuellen Studie der Bürgerbewegung Finanzwende das sogenannte Greenwashing bei Investmentfonds teilweise eingedämmt. Zugleich bestehen weiterhin erhebliche Lücken, die Anlegerinnen und Anleger in die Irre führen könnten.
Seit Mai 2025 gelten strengere Vorgaben für Fondsnamen mit Begriffen wie „nachhaltig“, „grün“ oder „klimafreundlich“. Diese dürfen nur noch verwendet werden, wenn bestimmte Mindeststandards eingehalten werden, darunter der weitgehende Ausschluss fossiler Investments. Die Untersuchung der Initiative zeigt, dass dadurch mehr Transparenz entstanden ist und sich nachhaltige von weniger nachhaltigen Produkten besser unterscheiden lassen.
Allerdings reagieren viele Anbieter offenbar mit Ausweichstrategien. So wurden Hunderte Fonds umbenannt und verwenden nun weniger klar regulierte Begriffe, ohne ihre Anlagestrategie wesentlich zu ändern. Auf diese Weise konnten umfangreiche Investitionen in fossile Unternehmen beibehalten werden.
Nach den Studienergebnissen hielten Fonds mit Nachhaltigkeitsbezug ursprünglich Investitionen in fossile Energien in Milliardenhöhe. Ein Teil dieser Anlagen wurde nach Einführung der Leitlinien verkauft, gleichzeitig umgingen Anbieter durch Umbenennungen weitere Verkäufe in zweistelliger Milliardenhöhe. Dennoch verbleiben weiterhin fossile Investments in Fonds mit entsprechendem Anspruch.
Zusätzliche Verbesserungen könnte eine geplante Überarbeitung der EU-Offenlegungsverordnung Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) bringen. Der Vorschlag sieht erstmals klar definierte Fondskategorien mit verbindlichen Vorgaben für fossile Anlagen vor. Insbesondere für als nachhaltig eingestufte Fonds würden strengere Ausschlüsse gelten.
Kritisch sehen die Studienautoren jedoch eine vorgesehene Kategorie mit der Bezeichnung „ESG-Grundlagen“. Diese könnte nach ihrer Einschätzung erneut Spielraum für Greenwashing bieten, da weiterhin erhebliche Investitionen in Unternehmen mit fossilen Expansionsplänen möglich wären.
Die Autoren fordern daher strengere und einheitliche Kontrollen durch nationale Aufsichtsbehörden sowie eine Ausweitung verbindlicher Ausschlusskriterien, um die Glaubwürdigkeit nachhaltiger Finanzprodukte zu stärken. (DFPA/abg)
Die vollständige Studie finden Sie hier.
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