Die britische Entwicklungsfinanzierungsinstitution British International Investment (BII) und die Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) haben ein neues Toolkit zur Standardisierung von Blended-Finance-Strukturen vorgestellt. Ziel ist es, private Investitionen in Entwicklungs- und Schwellenländer deutlich zu erhöhen und Fortschritte bei der Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) zu ermöglichen.
Das Toolkit umfasst eine Typologie mit fünf grundlegenden Fondskategorien sowie eine Scorecard zur systematischen Bewertung von Blended-Finance-Strukturen. Laut BII könnten über 90 Prozent der untersuchten Fonds diesen fünf Archetypen zugeordnet werden – von risikoreichen Impact-Fonds bis hin zu breit gestreuten Großfonds zur Mobilisierung von Kapital.
Blended Finance – also die Kombination öffentlicher Mittel mit privaten Investitionen zur Risikominderung – gilt als wichtiges Instrument für die Finanzierung nachhaltiger Entwicklung. Trotz eines Anstiegs auf 15 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 liegt das Volumen weit unter dem jährlichen Finanzierungsbedarf von 4,3 Billionen US-Dollar, den die UN für die SDGs schätzt.
Die neue Scorecard soll es Investoren erleichtern, die Qualität von Fondsstrukturen objektiv zu bewerten. Laut BII könnte dies besonders Neueinsteigern helfen, fundierte Investitionsentscheidungen zu treffen. Die Tools wurden bereits im Rahmen eines 100-Millionen-Pfund-Programms zur Kapitalmobilisierung getestet. Das BII ruft Branchenakteure auf, das Toolkit zu nutzen, zu testen und gesammelte Daten mit einem zentralen Industriegremium zu teilen. (DFPA/abg)
Das Toolkit und weitere Informationen finden Se hier.
The Boston Consulting Group (BCG) ist eine internationale Managementberatung speziell auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie. BCG arbeitet für Unternehmen aus allen Branchen und Regionen. BCG wurde 1963 von Bruce D. Henderson gegründet und ist heute an mehr als 100 Standorten in mehr als 45 Ländern vertreten. BCG erwirtschaftete im Jahr 2024 nach eigenen Angaben mit 32.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 12,3 Milliarden US-Dollar.