New Yorker Pensionsfonds drohen BlackRock mit Entzug von 42 Milliarden Dollar
Der New Yorker Finanzkontrolleur Brad Lander hat den Treuhändern von drei städtischen Pensionsfonds empfohlen, Investmentmandate im Wert von mehr als 43 Milliarden Dollar zu beenden oder neu auszuschreiben. Hauptziel der Maßnahme ist der weltweit größte Vermögensverwalter BlackRock, wie am Donnerstag bekannt wurde. Grund ist die Klimapolitik des weltgrößten Vermögensverwalters.
Betroffen ist vor allem BlackRocks passives Mandat im Umfang von 42,3 Milliarden Dollar. Daneben stehen auch kleinere Mandate bei Fidelity und PanAgora auf der Prüfliste. Grund ist eine umfassende Bewertung der Dekarbonisierungs-Strategien der Manager.
Während 46 von 49 geprüften Aktienmanagern mit akzeptablen Klimaplänen bewertet wurden, erfülle BlackRock die Erwartungen nicht mehr, hieß es in einer Mitteilung. Die neue Politik des Konzerns, bei US-Unternehmen mit mehr als fünf Prozent Beteiligung auf proaktives Engagement bei Abstimmungen zu verzichten, mache eine Zusammenarbeit unmöglich.
BlackRock wies die Kritik scharf zurück. Armando Senra, Leiter des institutionellen Geschäfts in Amerika, bezeichnete Landers Empfehlung in einem Antwortschreiben als "weiteren Fall der Politisierung öffentlicher Pensionsfonds". Das Unternehmen konzentriere sich darauf, Renditen für die 750.000 öffentlich Bediensteten New Yorks zu erwirtschaften.
Die drei betroffenen Pensionssysteme - das Lehrerpensionssystem (118,7 Milliarden Dollar), das städtische Angestelltenpensionssystem (95,6 Milliarden Dollar) und das Bildungspensionssystem (10,6 Milliarden Dollar) - haben ihre finanzierten Treibhausgasemissionen seit 2019 bereits um 37 Prozent reduziert und sich zu Netto-Null-Emissionen bis 2040 verpflichtet.
Sollten die Treuhänder der Empfehlung folgen, würde New York einer wachsenden Liste institutioneller Investoren beitreten, die BlackRock-Mandate aus Klimagründen gekündigt haben - darunter der niederländische Pensionsfonds PFZW und die Sierra Club Foundation.
Die Auseinandersetzung findet vor dem Hintergrund statt, dass BlackRock sich zunehmend von Klimainitiativen zurückzieht. Der Konzern hatte sich Anfang des Jahres aus der Net Zero Asset Management Initiative zurückgezogen und seine Unterstützung für Umweltanträge in der Proxy-Saison 2023/24 auf nur noch vier Prozent reduziert.
Die Empfehlung könnte Landers letzte bedeutende Amtshandlung als Finanzkontrolleur sein, bevor Anfang 2026 Mark Levine das Amt übernimmt, der eine vollständige Desinvestition aus fossilen Brennstoffen befürwortet. (DFPA/abg)
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