Sozialer Wandel entsteht durch gemeinsames Handeln
Nachhaltige gesellschaftliche Veränderungen entstehen nicht durch einzelne Gründerpersönlichkeiten, sondern durch das Zusammenwirken vieler Akteure. Zu diesem Schluss kommt die Sozialunternehmerin Jeroo Billimoria in einem aktuellen Beitrag für das britische Informationsportal Pioneer Post zur Zukunft sozialer Innovationen.
Zwar seien Auszeichnungen für Gründer und Changemaker wichtig, um Aufmerksamkeit für gesellschaftliche Herausforderungen zu schaffen. Die häufige Fokussierung auf einzelne „Visionäre“ verdecke jedoch, wie sozialer Wandel tatsächlich entstehe. Erfolgreiche Innovationen seien das Ergebnis von Kooperationen zwischen Politik, Unternehmen, Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Medien und lokalen Gemeinschaften.
Billimoria fordert deshalb einen Perspektivwechsel. Regierungen sollten stärker auf Partnerschaften und gemeinsames Lernen setzen. Unternehmen müssten gesellschaftliche Wirkung als Teil langfristiger Wertschöpfung verstehen. Auch Investoren seien gefordert, Wirkung nicht als Nebenaspekt, sondern als Bestandteil von Risikomanagement und Resilienz zu betrachten.
Als Beispiel verweist die Gründerin auf Aflatoun International. Die Organisation arbeitet mit Regierungen und Nichtregierungsorganisationen zusammen und vermittelt nach eigenen Angaben Millionen junger Menschen Kompetenzen in den Bereichen Finanzbildung und soziales Unternehmertum.
Entscheidend sei, soziale Innovation als fortlaufenden gemeinschaftlichen Prozess zu verstehen. Ideen müssten geteilt, weiterentwickelt und an reale Bedürfnisse angepasst werden. Dauerhafte Wirkung entstehe erst dann, wenn unterschiedliche Akteure gemeinsam Lösungen entwickeln und umsetzen.
Als Leitlinie für erfolgreichen Systemwandel nennt Billimoria fünf Schritte: relevante Akteure zusammenbringen, vernetzen, gemeinsam Lösungen entwickeln, Erfolge würdigen und Maßnahmen kontinuierlich anpassen. Nur so lasse sich gesellschaftlicher Wandel langfristig verankern. (DFPA/abg)
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