Der Anbieter von Analytics-Software Fico veröffentlicht Ergebnisse seiner Verbraucherstudie zu Betrug, Identität und digitalem Banking: Während Betrugsschutz für Deutsche zum entscheidenden Kriterium bei der Bankenwahl wird, zeigt sich eine bedenkliche Diskrepanz zwischen der Sorge vor Identitätsdiebstahl und der Risikowahrnehmung. Vier Prozent der Befragten geben an, dass ihre Identität bereits für betrügerische Kontoeröffnungen missbraucht wurde – eine Zahl, die hochgerechnet Millionen Deutsche betrifft.
Die Studie zeigt einen fundamentalen Wandel in den Erwartungen deutscher Bankkunden: Für 33 Prozent der Befragten ist ein wirksamer Schutz vor Betrug das wichtigste Kriterium bei der Wahl ihres neuen Finanzdienstleisters. Damit liegt dieses Sicherheitsbedürfnis vor Benutzerfreundlichkeit (28 Prozent) und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis (26 Prozent). Insgesamt zählen 75 Prozent der Befragten Betrugsschutz zu ihren Top-3-Anforderungen.
„Diese Zahlen zeigen einen Paradigmenwechsel“, erklärt James Roche, Director Fraud Protection and Compliance bei Fico. „Betrugsschutz ist kein Hygienefaktor mehr, sondern der entscheidende Wettbewerbsvorteil. Banken, die ihren Kunden glaubhaft vermitteln können, dass sie exzellenten Schutz bieten, gewinnen das Vertrauen und damit die Kunden.“
Die Identitätsdiebstahl-Krise
Hinter den steigenden Sicherheitsanforderungen der Verbraucher stehe eine alarmierende Realität: Vier Prozent der befragten Deutschen bestätigen, dass ihre gestohlene Identität bereits für die Eröffnung von Finanzkonten missbraucht wurde. Hochgerechnet auf die erwachsene Bevölkerung Deutschlands entspricht dies rund 2,86 Millionen Betroffenen – eine versteckte Epidemie mit massiven Folgen für Verbraucher und Finanzinstitute zugleich. Besonders betroffen ist die Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen, bei der die Betrugsrate am höchsten liegt.
Trotz dieser Ängste zeigt die Studie eine gefährliche Diskrepanz. Zwar ist Identitätsdiebstahl die größte Betrugsangst der Verbraucher – doch 35 Prozent halten es für unwahrscheinlich, dass sie selbst bereits betroffen waren. Weitere 26 Prozent sind sogar überzeugt, dass es ihnen niemals passiert ist. Die Herausforderung für Banken wird durch einen weiteren Befund verschärft: Während Kunden maximale Sicherheit fordern, brechen 26 Prozent die Eröffnung eines persönlichen Bankkontos ab, sofern die Identitätsprüfungen zu schwierig oder zeitaufwendig sind. Bei Sparkonten, Versicherungen und Kreditkarten liegt die Abbruchquote bei jeweils 19 Prozent. „Banken stehen vor einem schwierigen Balanceakt“, so Roche. „Einerseits erwarten Kunden höchste Sicherheit, andererseits wollen sie maximalen Komfort. Wer beide Anforderungen nicht erfüllt, verliert, entweder an Betrüger oder an die Konkurrenz.“
Die Lösung liegt laut Fico in adaptiven Systemen, die Sicherheitsprüfungen risikoangemessen und personalisiert gestalten. Statt jeden Kunden gleich zu behandeln, sollten Banken auf intelligente Analytics setzen, die verdächtige Muster erkennen und nur dort eingreifen, wo tatsächlich Gefahr droht. (DFPA/mb)
Fico ist ein Analytics-Softwareanbieter. Das 1956 gegründete Unternehmen hält mehr als 200 Patente in den USA und im Ausland auf Technologien, die unter anderem die Rentabilität und Kundenzufriedenheit in den Bereichen Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Gesundheitswesen und Einzelhandel steigern sollen.