Umfrage: KI verändert Finanzbranche – deutlicher Stellenabbau erwartet
Der Einsatz Künstlicher Intelligenz nimmt in der Finanzbranche weiter stark zu und dürfte in den kommenden Jahren spürbare Auswirkungen auf Beschäftigung und Arbeitsprozesse haben. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Center for Financial Studies hervor.
Demnach geben mehr als 88 Prozent der befragten Fach- und Führungskräfte an, dass ihre Unternehmen bereits KI-Anwendungen nutzen. Besonders verbreitet ist der Einsatz in kundenbezogenen Bereichen sowie in zentralen Funktionen wie Risikomanagement oder Compliance.
Gleichzeitig rechnet die Mehrheit mit einem deutlichen Stellenabbau: Rund 55 Prozent erwarten, dass die Beschäftigung in den kommenden fünf Jahren um fünf bis zehn Prozent sinken wird. Weitere gut 20 Prozent gehen sogar von einem Rückgang um bis zu 20 Prozent aus. Knapp 15 Prozent sehen ein hohes Risiko, den eigenen Arbeitsplatz durch KI zu verlieren.
Die Technologie – insbesondere sogenannte „Agentic AI“, also weitgehend autonom handelnde Systeme – verändert laut Umfrage bereits die Arbeitsweise in der Branche. Fast 60 Prozent berichten von spürbaren Veränderungen, während rund 40 Prozent bislang keine Auswirkungen feststellen.
Die bisherigen Erfahrungen mit KI fallen überwiegend positiv aus: Mehr als 70 Prozent der Befragten bewerten die Ergebnisse als gut oder sehr gut. Gleichzeitig zeigt sich beim Thema Weiterbildung ein gemischtes Bild: Während sich gut die Hälfte ausreichend vorbereitet fühlt, sehen rund ein Drittel Nachholbedarf.
Kritisch äußert sich die Branche zur Regulierung: Knapp 70 Prozent der Teilnehmenden lehnen eine weitere Verschärfung der Vorgaben, etwa durch den EU-AI-Act, ab. Unterstützung erhält die Studie unter anderem vom Frankfurt Main Finance. Die Ergebnisse basieren auf einer regelmäßigen Managementbefragung von Unternehmen am Finanzplatz Deutschland. (DFPA/abg)
Eine Präsentation der Ergebnisse finden Sie hier.
Das Center for Financial Studies (CFS) ist ein unabhängiges, nicht gewinnorientiertes Forschungsinstitut. Träger ist die gemeinnützige Gesellschaft für Kapitalmarktforschung e.V. (GfK). Das Institut wurde 1967 unter dem Namen Institut für Kapitalmarktforschung gegründet und im Jahr 1996 in Center for Financial Studies umbenannt.