Die Vanguard Group öffnet ihre Brokerage-Plattform für den Handel mit Kryptowährungs-ETFs und -Fonds. Dieser Schritt weicht deutlich von der bislang skeptischen Haltung des weltgrößten Indexfondsanbieters ab. Seit dem 2. Dezember können Kundinnen und Kunden ausgewählte Krypto-ETFs und -Mutual Funds von Drittanbietern handeln, wie das Unternehmen mitteilte.
Eigene Krypto-Produkte will Vanguard weiterhin nicht auflegen. Zugelassen werden laut Sprecherin jedoch Fonds, die in etablierte digitale Vermögenswerte wie Bitcoin, Ethereum, XRP und Solana investieren und den Vorgaben der US-Börsenaufsicht SEC entsprechen. Meme-Coins bleiben ausgeschlossen.
Unter Ex-CEO Tim Buckley lehnte Vanguard Krypto-Investments strikt ab; Bitcoin sei zu volatil und ungeeignet für langfristige Portfolios. Der neue CEO Salim Ramji bringt hingegen ETF-Erfahrung von BlackRock mit, wo er die Einführung des iShares Bitcoin Trust verantwortete, der zeitweise knapp 100 Milliarden Dollar verwaltete.
In einer aktuellen Unternehmensinformation betonte Vanguard, man beobachte den Kryptomarkt kontinuierlich. Die Entscheidung für die Öffnung basiere darauf, dass Krypto-ETFs ihre Funktionsfähigkeit auch in volatilen Marktphasen bewiesen hätten, die administrativen Abläufe gereift seien und die Anlegernachfrage wachse. Vanguard verwies zudem darauf, dass auf der Plattform bereits Gold-ETFs handelbar seien, ohne dass der Anbieter selbst ein entsprechendes Produkt anbiete.
Zugleich warnte das Unternehmen vor erheblichen Risiken: Krypto-ETFs seien nicht für alle Anleger geeignet. Bitcoin-ETFs verzeichneten allein im November Abflüsse von rund 3,8 Milliarden Dollar. Der Markt entwickelt sich dennoch weiter: Erst im Herbst wurden der erste spotbasierte XRP-ETF (Canary Capital) und der erste Spot-Solana-ETF (Bitwise) in den USA aufgelegt. (DFPA/abg)
The Vanguard Group, Inc. ist eine Investmentgesellschaft mit Sitz in Malvern (Pennsylvania/USA). Nach Angaben von Morningstar verwaltet Vanguard derzeit rund 15 Milliarden US-Dollar in aktiven ETF – ein Bruchteil des weltweiten Gesamtvolumens von rund zehn Billionen US-Dollar.