Votum-Verband fordert Prüfung von KI-Versicherungsberatung
Der Votum-Verband hat die Finanzaufsicht Bafin und die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) wegen Versicherungsempfehlungen durch KI-Chatbots eingeschaltet. Nach Angaben des Verbands hätten Systeme wie ChatGPT oder Claude in einzelnen Fällen konkrete Produktempfehlungen ausgesprochen, obwohl dafür keine Erlaubnis nach Paragraf 34d der Gewerbeordnung vorliege.
Der Verband sieht darin offene Fragen beim Verbraucherschutz sowie bei Haftung und Regulierung. Laut Votum hätten die Chatbots in dokumentierten Dialogen konkrete Tarife bestehender Versicherer empfohlen und diese mit einer angeblichen Bedarfsanalyse begründet. „Sobald ein System nicht mehr nur allgemeine Hinweise gibt, sondern eine individuelle Produktempfehlung ausspricht, bewegt es sich im Bereich der erlaubnispflichtigen Versicherungsberatung“, sagte Votum-Vorstand Martin Klein.
Kritisch sei aus Sicht des Verbands vor allem, dass KI-Anbieter weder einer berufsrechtlichen Zulassung noch einer gesetzlichen Beratungs- und Dokumentationspflicht unterlägen. Anders als registrierte Versicherungsvermittler verfügten sie zudem über keine Haftungsabsicherung für fehlerhafte Empfehlungen. Verbraucher könnten dadurch im Schadenfall auf den Folgen sitzen bleiben.
Votum fordert deshalb eine rasche regulatorische Einordnung durch die Aufsichtsbehörden. Verbindliche Versicherungsempfehlungen dürften nur von Personen oder Unternehmen mit entsprechender Zulassung und Haftungsschutz ausgesprochen werden, erklärte der Verband. (DFPA/abg)
Der Votum Verband Unabhängiger Finanzdienstleistungs-Unternehmen in Europa e. V. mit Hauptsitz in Berlin ist eine Interessenvertretung der europaweit tätigen Finanzdienstleistungsunternehmen. Die Mitgliedsunternehmen des 1995 gegründeten Verbandes repräsentieren rund 100.000 unabhängige Versicherungs- und Finanzanlagenvermittler.