Mittlerweile besitzen rund 13 Prozent der Erwachsenen Bitcoin, Ether & Co. Also mehr als neun Millionen Menschen in Deutschland. Das zeigt eine repräsentative Erhebung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) zum Finanzwissen zu Kryptowerten. Doch vielen fehlt es an Krypto-Know-how.
Die Bafin sieht deshalb für Verbraucher Risiken bei Investitionen in Kryptowerte. Der Grund: Viele dieser Produkte sind sehr volatil, bergen Cyber-Gefahren und können für unseriöse Angebote missbraucht werden. „Umso wichtiger ist es, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Produkte genau kennen, um Chancen und Risiken abwägen zu können“, sagt Christian Bock, Verbraucherschutzbeauftragter der Bafin.
Die Bafin hat 1.000 Personen gefragt, was sie über Kryptowerte wissen. 13 Prozent der Befragten besaßen Kryptowerte. 34 Prozent hatten keine Krypowerte, aber Aktien, Anleihen oder Fonds, 53 Prozent besaßen keine der aufgeführten Finanzprodukte.
Die Erhebung umfasste 16 Fragen zum Wissen. Die Teilnehmenden konnten jeweils auch mit „Weiß ich nicht“ antworten. Alle Befragten beantworteten im Durchschnitt 36 Prozent der Fragen richtig und 19 Prozent falsch. Bei 45 Prozent der Fragen gaben sie an, die Antwort nicht zu kennen. Besitzer von Kryptowerten beantworteten mit 57 Prozent mehr Fragen richtig. Allerdings antworteten sie auch zu 31 Prozent falsch.
In ihrer Befragung zum Finanzwissen wollte die Bafin unter anderem wissen, wie der Bitcoin-Preis entsteht, ob Bitcoins vor Inflation schützen und ob Kryptowerte geschützt sind, wenn ein lizensierter Dienstleister insolvent wird. Gefragt wurde auch, was Stablecoins sind und ob sie sich zum Vermögensaufbau eignen.
42 Prozent wussten, dass Stablecoins Kryptowerte sind (45 Prozent gaben an, die Antwort nicht zu kennen und 13 Prozent antworteten sogar falsch). Aber nur 18 Prozent war bekannt, dass sich Stablecoins nicht zum Vermögensaufbau eignen. Falsche Vorstellungen gab es beim Inflationsschutz, Vermögensaufbau und bei der Preisstabilität. Die Mehrheit derjenigen, die keine Kryptowerte gekauft hatten, beantworteten die Fragen dazu nicht, weil ihnen das Wissen fehlte.
„Wer sich nicht für Kryptowerte interessiert und nicht damit handelt, muss solchen Fragen auch nicht unbedingt beantworten können. Schließlich ist es ein komplexes Thema“, erklärt Christian Bock. „Verbraucher, für die ein Kauf in Frage kommt oder die Kryptowerte gekauft haben, sollten sich aber besser über Chancen und Risken informieren und diese verstehen. Wir als Bafin unterstützen sie dabei, indem wir ihnen Informationen auf vielen verschiedenen Kanälen zur Verfügung stellen und sie aufklären.“ (DFPA/ljh)
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) ist eine selbstständige Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main. Sie vereinigt die Aufsicht über Banken und Finanzdienstleister, Versicherer und den Wertpapierhandel unter einem Dach. Ihr Hauptziel ist es, ein funktionsfähiges, stabiles und integres deutsches Finanzsystem zu gewährleisten.