Beste Voraussetzungen für Investitionen im US Immobilienmarkt – insbesondere in Gewerbeimmobilien und Multi-Family-Homes. Denn Donald J. Trump, einerseits heiß geliebt, andererseits vielfach geschmäht, ist (wieder) Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ein „deal maker“ sei er. Groß wurde er als Immobilien-Developer. Sein Ziel als Präsident: die US-Wirtschaft zu neuer Blüte bringen.
„Amerika ist der größte und transparenteste Immobilienmarkt der Welt“, sagt Fabian Spindler, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Jamestown US-Immobilien, im Gespräch mit Jan Hauser, dem verantwortlichen Redakteur für Immobilien der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Für die Immobilienwirtschaft sehe er erst mal kaum Auswirkungen durch die Amtsübernahme von Präsident Trump. „Am Ende zählen die Fundamentaldaten – und die sind positiv! Wir haben ein starkes Bevölkerungswachstum und eine eigentümerfreundliche Gesetzgebung.“
Widerstandskraft einer Assetklasse
Ähnlich sieht es auch Richard Barkham, Global Chief Economist & Global Head of Research der CBRE Group, des internationalen Dienstleistungsunternehmen für gewerbliche Immobilien. In seinem „US Real Estate Market Outlook 2025“ schreibt er: „Die Fundamentaldaten des Gewerbeimmobilien-Sektors können sich sehen lassen. Selbst der gebeutelte Markt für Büroimmobilien profitiert von zunehmender Mietaktivität. Die Immobilienwirtschaft hat über die letzten Jahre erhebliche Schockwellen verarbeitet – die Pandemie, hohe Inflation und steigende Zinsen. Dass sie diese Herausforderungen abwettern konnte, beweist die Widerstandskraft dieser Assetklasse und ihre Bedeutung für die Gesamtwirtschaft.“
Die Inflation und die noch hohen Zinsen sind nach wie vor die größten Probleme der amerikanischen Wirtschaft. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit ihrer wirtschaftlichen Situation war mitentscheidend für den Ausgang der Präsidentschaftswahlen. Folgerichtig sind Inflation und Zinsen für Trump auch zentrale Themen. Unmittelbar nach seiner Vereidigung sagte er in seiner Antrittsrede, er werde „alle Mitglieder meines Kabinetts anweisen, ihre enormen Befugnisse zu nutzen, um die Rekordinflation zu besiegen und die Kosten und Preise rasch zu senken. Die Inflationskrise wurde durch massiv überzogene Ausgaben und steigende Energiepreise verursacht.“ Entsprechend ordnete Trump mit einem der vielen Dekrete, die er am ersten Tag seiner Amtszeit unterzeichnete, einen „Emergency Price Relief“ an, eine Art Notstandsplan gegen hohe Preise. „Viele Amerikaner können sich einen Hauskauf aufgrund der historisch hohen Preise nicht leisten, die teilweise auf Bauvorschriften beruhen, die allein rund 25 Prozent der Baukosten ausmachen“, heißt es dort.
Dass der Hauskauf nahezu unerschwinglich wurde, sieht auch Ann-Kathrin Nezik, US-Korrespondentin für Wirtschaft der Süddeutschen Zeitung: „Seit Anfang 2020 sind die Immobilienpreise im Land um mehr als 50 Prozent gestiegen. In boomenden Städten wie San Diego oder Miami sind sie sogar regelrecht explodiert. Besonders Millennials, die mittlerweile auch schon Mitte 30 sind, können sich kein eigenes Haus mehr leisten, auch wegen der hohen Zinsen. Eine ganze Generation ist gezwungen, zu mieten. Überall in den USA entstehen deshalb gerade viel mehr Apartmentkomplexe als Einfamilienhäuser.“
Der Immobilienmarkt soll erschwinglich werden
Wie die Hauskosten gesenkt werden sollen, dazu sei im Trump-Dekret nichts zu lesen, kritisiert Samantha Deluya, wohnungswirtschaftliche Autorin bei CNN Business, dem Online-Wirtschaftsmagazin des TV-Senders CNN. Bauvorschriften wären nicht der alleinige Grund für die hohen Hauspreise, sondern auch die hohe Nachfrage durch die demografische Entwicklung und die gestiegenen Zinsen: Lagen die durchschnittlichen Hypothekenzinsen im Januar 2021 bei 2,8 Prozent, würden sie jetzt bei 7,04 Prozent liegen. Zwar habe die amerikanische Notenbank Federal Reserve die Leitzinsen bereits etwas gesenkt, aber weitere Zinssenkungen werden allenfalls erst in einigen Monaten erwartet. „Präsident Trump wird sein Versprechen erfüllen, den Hauskauf wieder erschwinglich zu machen, indem er die historisch hohe Inflation bekämpft und die Hypothekenzinsen senkt“, sagte Taylor Rogers, ein Sprecher des Trump-Vance-Teams: „Die Kosten für ein neues Haus werden halbiert werden und Präsident Trump wird die Krise der unerschwinglich hohen Hauspreise beenden.“ Nur: Die Fed, die amerikanische Notenbank, ist unabhängig von Politik und Regierung. Carsten Mumm, Chefvolkswirt des Bankhauses Donner & Reuschel, befürchtet, dass sie unter der Trump-Administration erheblich unter Druck geraden könnte.
Die von Trump geplanten Zölle auf Waren aus Kanada und Mexiko – Holz, aber auch Gips, Zement und Stahl – würden Baumaterial weiter verteuern, meint Samantha Deluya. Auch durch die geplanten Abschiebungen würden die Arbeitskosten im Bausektor deutlich steigen. Deluya zitiert Jim Tobin, den CEO der National Association of Homebuilders (NAHB): „Wenn auf der einen Seite die Kosten durch reduzierte Bauvorschriften gesenkt werden, sich aber auf der anderen Seite die Baukosten durch Zölle erhöhen, kann das Ziel niedrigerer Hauspreise verpuffen.“