Die Trump-Administration bringt politische Risiken mit sich. Dennoch bietet der US-Immobilienmarkt weiterhin interessante Chancen für Investoren. Welche Strategien sichern langfristigen Erfolg?
Die US-Immobilienmärkte wurden in den letzten zwei Jahren mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert: Mit den hohen Hypothekenzinsen, der hohen Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit hatten wir es mit einer der wohl herausforderndsten Immobilienkrisen der letzten Jahre zu tun. Mit der Machtübernahme von Donald Trump wird das unruhige Fahrwasser mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ruhiger werden und gibt Anlass zu Spekulationen, wie sich der Markt weiterentwickeln wird. Beispielsweise könnten die Zinsen für Hypotheken, die sich an den Renditen von zehnjährigen Staatsanleihen orientieren, steigen – möglicherweise als Folge von Trumps wirtschaftspolitischer Agenda, die Steuersenkungen, Importzölle und eine Deregulierung umfasst.
Dennoch gibt es allen Grund zur Zuversicht, denn politische Veränderungen haben in der Regel einen geringeren Einfluss auf den Immobilienmarkt, als oft angenommen wird. In der Vergangenheit zeigte der Markt eine weitgehende Stabilität gegenüber solchen Einflüssen, weshalb unsere Strategie auch weiterhin auf langfristige Resilienz und nachhaltige Investitionen ausgerichtet bleibt. Wir vertrauen nach wie vor auf die Stabilität des US-Marktes und sind überzeugt, dass die Federal Reserve auch künftig erfolgreich Inflation und Zinssätze kontrollieren wird – unabhängig von den Maßnahmen oder Ankündigungen der neuen Administration.
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Fed gibt den Takt vor
Die Zinspolitik der US-Notenbank wird 2025 eine entscheidende Rolle spielen. Die Fed hat ihre Fähigkeit, das wirtschaftliche Gleichgewicht zu wahren und Inflation zu kontrollieren, in der Vergangenheit oftmals unter Beweis gestellt. Wir gehen aktuell zwar davon aus, dass es in diesem Jahr eine erneute Senkung der Zinssätze geben wird, wenn auch nur in geringerem Umfang. Allerdings besteht auch eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass die Zinsen aufgrund der politischen Führung mittelfristig wieder steigen könnten. Ein Szenario, dass wir genauestens beobachten werden. Ungeachtet dessen sind wir überzeugt, dass der Finanzierungsmarkt für Immobilien in diesem Jahr weiter an Aktivität gewinnt und die Investitionen weiter zunehmen werden. Die jüngsten Leitzinssenkungen haben den Markt stabilisiert und Investoren können nach dem Erreichen der Talsohle des Preisverfalls von einem deutlich niedrigeren Preisniveau profitieren. Zudem rechnen wir nicht damit, dass das[nbsp] Zinsniveau so schnell ansteigt, wie es in den Jahren 2022 und Anfang 2023 zu beobachten war und große Herausforderungen mit sich brachte.
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Mixed-Use-Immobilien im Fokus
Natürlich gibt es auch Risiken, die den Markt beeinflussen könnten. Neben einem möglichen Zinsanstieg stellt vor allem eine striktere Einwanderungspolitik ein weiteres Risiko dar, das zu einem Mangel an Arbeitskräften und einem verlangsamten Wirtschaftswachstum führen könnte. Dennoch bleiben die USA aufgrund ihrer geopolitischen Stabilität und der relativen Unabhängigkeit von globalen Konflikten einer der sichersten Immobilienmärkte weltweit.
Eine starke Demografie ist der Schlüssel zum Erfolg von Immobilieninvestitionen. Wir fokussieren uns daher auf Städte mit starkem Bevölkerungswachstum und hoher Zuwanderung. Diese Trends fördern sowohl die Nachfrage nach Wohnraum als auch nach Infrastruktur. Unser Ziel ist es, Städte zu identifizieren, die von einer starken Binnenmigration und internationaler Zuwanderung profitieren. Besonders der Sun Belt, im Vergleich zum Norden der USA, zeichnet sich durch eine günstige demografische Entwicklung aus, die für Investoren von Interesse ist.
Ein wichtiger Fokus unserer Investitionsstrategie für 2025 liegt auf Mixed-Use-Objekten, die über traditionelle Büroflächen hinausgehen und eine lebendige, vielfältige Nutzung ermöglichen. Besonders interessant sind Projekte, die moderne Büroflächen mit Einzelhandel, Gastronomie und Wohnflächen kombinieren. Nahversorgungszentren, die einen Lebensmittelmarkt als Ankermieter haben, erweisen sich als besonders vielversprechend. Sie fungieren nicht nur als Besuchermagnet, sondern können durch Placemaking eine größere soziale und wirtschaftliche Bedeutung erlangen. Ein zentraler Aspekt dieser Strategie ist die Modernisierung von Eingangsbereichen. Oftmals finden sich hier große, ungenutzte Hallen, die durch die Integration von Dienstleistungen oder Geschäften deutlich mehr Nutzen stiften könnten.
Mixed-Use-Projekte sind die Basis einer nachhaltigen urbanen Entwicklung, die Arbeiten, Wohnen und Freizeit miteinander verbindet. Unsere Vision ist es, ganzheitliche Lösungen zu entwickeln, die nicht nur den Bürobedarf abdecken, sondern auch hochwertige, flexible Wohnräume bieten. Projekte wie unser hotelähnliches Wohnkonzept „Scout Living“ in Atlanta werden zunehmend attraktiver für mobile Zielgruppen wie Studenten und temporäre Arbeitskräfte.
Ein hervorragendes Beispiel für dieses Konzept ist der Ponce City Market in Atlanta. Dieser Immobilienkomplex verkörpert unsere Strategie, flexibel auf die sich wandelnden Anforderungen der Stadt einzugehen. Unser Ziel ist es, ihn als dynamischen und inspirierenden Treffpunkt zu erhalten, der Wohnen, Arbeiten und Freizeit nahtlos verbindet. Bereits kleine Optimierungen, wie ein verbessertes gastronomisches Angebot, neue Veranstaltungen oder eine angepasste Beleuchtung und Farbgestaltung, konnten hier bereits eine bemerkenswerte Wirkung erzielen.
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Schlussgedanken und Ausblick
Abschließend blicken wir zuversichtlich auf das Jahr 2025. Wir bleiben überzeugt von der zentralen Bedeutung des Placemaking und setzen auch weiterhin auf dessen entscheidende Rolle, um lebenswerte, inspirierende und funktionale Orte zu schaffen. Demografische Entwicklungen und unser Engagement für langfristige Resilienz sichern unseren Erfolg, auch in einem sich verändernden Marktumfeld. Stillstand ist für uns keine Option – wir setzen auf stetige Weiterentwicklung, um unseren Projekten dauerhaft gerecht zu werden und den Anforderungen des Marktes stets einen Schritt voraus zu sein. Die neue Trump-Administration mag Herausforderungen mit sich bringen, aber wir sind überzeugt, dass die US-Immobilienmärkte nach den herausfordernden Jahren mit der einsetzenden Markterholung sehr attraktive Renditen bieten werden. Seit mehr als 40 Jahren sind wir mit einer eigenen Organisation von mittlerweile mehr als 650 Mitarbeitern auf dem US-Immobilienmarkt aktiv. Unser sehr gut ausgebautes Netzwerk ermöglicht es uns, Chancen zu erkennen und in den US-Märkten erfolgreich zu investieren.
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Der Beitrag ist zuerst im Schwerpunkt US-Immobilien in EXXECNEWS Ausgabe 03-2025 erschienen.
Fabian Spindler ist Geschäftsführer der Jamestown US-Immobilien GmbH, Köln. Jamestown, L.P. ist ein amerikanisches Immobilienunternehmen mit Sitz in Atlanta und deutscher Kapitalverwaltungsgesellschaft, der Jamestown US-Immobilien GmbH, in Köln. Das 1983 gegründete Unternehmen ist auf Immobilieninvestitionen in den USA spezialisiert.