Innovative Technologien für Erneuerbare Energien und Infrastruktur bieten erhebliches Wertschöpfungspotenzial im Kontext eines umfassenden weltweiten ökologischen Wandels.
Die Energiewende hat sich zu einem bedeutenden Megatrend mit langfristigem Potenzial entwickelt, der attraktive Chancen für Investoren bietet. Der Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft, deren Energiebedarf aber gleichzeitig eher weiter steigt, erfordert in den kommenden Jahrzehnten weltweit gewaltige Investitionen in Höhe von mehreren Billionen Euro. Dies bietet nicht nur Lösungen für drängende Umwelt- und Klima-probleme, sondern auch ein erhebliches Renditepotenzial.
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Attraktivität der Erneuerbaren Energien nimmt zu
Die kontinuierliche Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Erneuerbaren Energien begünstigt diese Entwicklung. So ist die Stromerzeugung aus Wind und Sonne inzwischen günstiger als die konventionelle Erzeugung aus Kohle oder Gas. Entsprechend verschieben sich die Marktanteile. Die Entwicklungen auf den Finanzmärkten verstärken diesen Trend zusätzlich. Die lange Phase von Null- und Negativzinsen hatte institutionelle Anleger in den vergangenen zehn Jahren verstärkt in illiquide Anlagen gelockt, weil dort höhere Renditen möglich waren. Mit der Zinswende 2022 sind auch die Bewertungen vieler Immobilien unter Druck geraten, insbesondere der Leerstand bei Gewerbe- und Büroimmobilien drückt auf die Stimmung der Investoren. Auch Anlagen zur Erzeugung Erneuerbarer Energien sind nicht immun gegen steigende Zinsen, bleiben aber aufgrund ihrer wachsenden Bedeutung für die Energiewende weiterhin gefragt. Ihre Renditen erweisen sich als deutlich stabiler und unabhängiger von der Volatilität anderer Märkte.
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Neue zukunftsträchtige Märkte und Segmente
Neben den klassischen Investitionen in Windparks und Solaranlagen rückt die Energiespeicherung immer mehr in den Fokus, nachdem sie lange Zeit in der öffentlichen Diskussion eher im Schatten der Energieerzeugung stand. Dabei entpuppt sie sich immer mehr als Flaschenhals der Energiewende, denn die regenerativen Energiequellen Wind und Sonne sind von Natur aus launisch. Überproduktion und Flauten müssen ausgeglichen werden, was mit steigendem Anteil der volatilen Erneuerbaren Energien zur Herausforderung wird. Der Ausbau der Energiespeicherinfrastruktur ist daher eine tragende Säule aller „Net Zero“-Szenarien bis 2050.
Effiziente Energiespeicher helfen bei der Stabilisierung der zunehmend kritisch ausgelasteten Stromnetze, wofür die Netzbetreiber derzeit im Rahmen von sogenannten Redispatch-Maßnahmen jedes Jahr mehrere Milliarden Euro – Tendenz steigend – ausgeben müssen. Aber auch Betreiber von Wind- und Solarparks können profitieren, indem sie einerseits ihren vorhandenen Netzanschluss durch die Integration von Speichern besser ausnutzen („Co-Location“) und andererseits zukünftig den erzeugten Strom auch zwischenspeichern können, falls der erzielbare Strompreis temporär niedrig ist.
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Erweiterung des möglichen Spektrums für Infrastrukturinvestoren
Auch wenn die Erfahrungen mit dieser neuen Assetklasse noch begrenzt sind, steht fest: Bereits heute ist der Betrieb von Batteriespeichern in Deutschland ohne staatliche Förderung wirtschaftlich. Und in Kombination mit Wind- und Photovoltaik-Parks sind Investitionen in Speicher besonders rentabel, zweistellige Renditen sind derzeit (noch) möglich. Die fortschreitende Elektrifizierung und Sektorkoppelung erweitert das mögliche Spektrum für Infrastrukturinvestoren. Dieses Potenzial wird bereits von Großinvestoren erkannt, wie die 90 Millionen Euro-Investition von TotalEnergies in den deutschen Entwickler von Großbatteriespeichern Kyon Energy Anfang 2024 zeigt. Auch BVT strebt beispielsweise mit ihrem aktuellen Sustainable-Energy-Konzept eine ausgewogene Allokation auf vielversprechende Sektoren im Energiebereich an. Hierzu zählen insbesondere Windenergie und Photovoltaik, ergänzt um Batteriespeicher sowie Effizienzprojekte in Gewerbe und Industrie.
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Der Beitrag ist zuerst in EXXECNEWS Ausgabe 26 erschienen.
Dr. Dominik Schall leitet den Geschäftsbereich Energie und Infrastruktur bei der BVT Unternehmensgruppe in München. BVT ist bereits seit den 80er Jahren als Pionier in der Assetklasse Energie und Infrastruktur tätig. Mit dem Konzept des BVT Sustainable Energy Fund werden Investitionen in erneuerbare und nachhaltige Energieprojekte, die die Energiewende in Europa vorantreiben, ermöglicht.