Ob im Bundestag oder am Stammtisch: Das Thema Infrastruktur ist in aller Munde. Dabei kreist die Debatte meistens um den Umbau der Energieversorgung oder um Modernisierung und Ausbaubedarf von Verkehrswegen. Doch das Kaleidoskop der Infrastruktur ist sehr viel bunter: Rechenzentren, Mobilfunk- und Glasfasernetze, Wasser- und Abwassersysteme, urbane Mobilitätslösungen, Müllentsorgung und Recycling, Bildungs- und Pflegeeinrichtungen – Infrastruktur bildet die Grundlage einer modernen Gesellschaft und einer leistungsfähigen Volkswirtschaft.
Zugleich erfordert sie gewaltige Investitionen, die sich nicht allein von der öffentlichen Hand stemmen lassen. Genau hier liegt die Brücke zu den Kapitalmärkten. Institutionelle Investoren setzen seit langem auf die Assetklasse Infrastruktur. Doch nun können auch Privatanleger stärker daran partizipieren. Möglich macht dies die Reform des European Long Term Investment Fund, kurz ELTIF 2.0.
Die ELTIF-2.0-Novelle hat dazu gleich mehrere Hürden gesenkt, etwa die gesetzliche Mindestanlagesumme. Vor allem aber wurde die Palette zulässiger Assets und Strategien deutlich erweitert. Damit sind jetzt zum Beispiel auch Beteiligungen an Spezialfonds möglich. Dies gibt Privatanlegern Zugang zu Infrastrukturinvestments in den verschiedensten Facetten.
Die investierbaren Themen reichen von der Energiewende über digitale Netze, Smart Cities, soziale Infrastruktur oder auch Wasserstoffinfrastruktur – Bereiche, die eng mit den großen Megatrends Digitalisierung, Urbanisierung, Energiewende und Wandel der Lebensgewohnheiten (in unserer Strategie DUEL abgekürzt) verknüpft sind.
Für solche Investitionen, die auf einen langfristigen Anlagehorizont ausgerichtet sind, potenziell stabile laufende Erträge bieten und darüber hinaus einen gesellschaftlichen Nutzen stiften können, ist der ELTIF die ideale Lösung: er erlaubt eine semiliquide Ausgestaltung mit klar definierten Rückgaberegeln und verbindet so Langfristigkeit mit einem Maß an Fungibilität, das den Anforderungen durch Privatinvestoren gerecht wird.
Der „Patrizia Infrastructure Invest“ wurde in Zusammenarbeit mit Universal Investment-Luxembourg S.A. als Alternativer Investmentfonds Manager (AIFM) und der Patrizia SE als Asset-Manager aufgelegt. Auf Basis von Patrizias langjähriger Markterfahrung aus über 130 Assets nimmt er das breite Infrastruktur-Spektrum ins Visier und setzt dabei auf die Vorteile und neuen Möglichkeiten, die das Vehikel ELTIF seit seiner Novelle bietet.
Der Fonds kombiniert Eigenkapital- und Fremdkapitalinvestitionen. Dabei eröffnen Eigenkapitalinvestitionen die Chance auf langfristige Wertsteigerungen, Fremdkapitalinvestitionen sollen für laufende Erträge und Stabilität sorgen. Er kann direkt in Infrastruktur-Assets investieren, sowie über Zielfonds aus dem Patrizia-Portfolio und orientiert sich dabei strategisch an den DUEL-Megatrends. So lässt sich eine Bandbreite an Assets abbilden, die bisher nur institutionellen Investoren offenstand. Der ELTIF 2.0 wird damit zum Türöffner.
Klaus Weber ist Geschäftsführer bei Patrizia GrundInvest, Augsburg, und Markus Weiss ist Team Lead Capital Markets [&] Fund Structuring bei Universal Investments, Frankfurt am Main.
Der Beitrag ist zuerst im im EXXECNEWS Schwerpunkt Infrastruktur erschienen.