Der Standort bleibt für Investoren entscheidend

Hans-Henning Brand

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt hat nach der Zinswende ab dem Jahr 2022 eine deutliche Korrektur erfahren. Für langfristig orientierte Investoren bestätigt sich: Wohnimmobilien bleiben eine robuste Anlageklasse – der Schlüssel ist jedoch eine noch selektivere Standortstrategie.

Der stärkste Treiber des Marktes bleibt das Angebotsdefizit. 2023 wurden nur 260.100 neue Wohnungen genehmigt – rund 27 Prozent weniger als im Vorjahr („Colliers Residential Market Report 2024/2025“). Steigende Baukosten, hohe Finanzierungskosten und regulatorische Anforderungen bremsen den Neubau zusätzlich. Gleichzeitig wird hingegen laut aktuellen Marktstudien die Zahl der Haushalte in den 50 größten deutschen Städten bis 2035 um rund 413.000 steigen.

Die Folge ist ein anhaltender Druck auf die Mietmärkte. Marktanalysen internationaler Immobilienberater zeigen, dass die Mieten in deutschen Top-Städten 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund acht Prozent gestiegen sind. Bemerkenswert ist ferner, dass viele B Städte im selben Zeitraum ähnliche Mietzuwächse verzeichneten.

 

Kaufpreise für Wohnimmobilien steigen

Während Mieten steigen, stabilisieren sich auch die Kaufpreise wieder. Nach der Marktkorrektur infolge der Zinswende lagen die Preise für Wohnimmobilien 2025 wieder rund drei Prozent über dem Vorjahresniveau. Damit kehren zunehmend Investoren in den Markt zurück – allerdings mit Fokus auf Core-Wohnen und einer deutlich differenzierteren Perspektive auf Standorte. In den großen deutschen Metropolen bleibt Wohnraum knapp. Wirtschaftliche Dynamik, internationale Zuwanderung und begrenzte Neubauflächen sorgen für dauerhaft hohe Nachfrage. Gleichzeitig sind die Einstiegspreise hoch und regulatorische Eingriffe nehmen zu. Für Investoren bedeutet das stabile Märkte – aber häufig auch begrenzte Ankaufsrenditen.

 

B-Städte gewinnen an Bedeutung

Aus Sicht von Paribus gewinnen deshalb wachstumsstarke B-Städte und regionale Wirtschaftszentren zunehmend an Bedeutung. Faktoren wie Homeoffice, steigende Wohnkosten in den Top-Städten und eine bessere Verkehrsanbindung führen dazu, dass immer mehr Haushalte alternative Wohnstandorte, außerhalb der Metropolen, in Betracht ziehen.

Gerade in diesen Märkten lassen sich häufig attraktive Rendite-Risiko-Profile realisieren – vorausgesetzt, Standortqualität, Infrastruktur und wirtschaftliche Perspektiven stimmen. Eine sorgfältige Analyse regionaler Entwicklungen wird damit zum entscheidenden Erfolgsfaktor für Immobilieninvestitionen. Denn der deutsche Wohnimmobilienmarkt entwickelt sich zunehmend heterogen. Während einige Regionen stark wachsen, stehen andere vor strukturellen Herausforderungen.

 

Wohnimmobilien bleiben eine stabile Anlageklasse

Für Investoren bedeutet das: Wohnimmobilien bleiben eine stabile Anlageklasse. Doch je heterogener der Markt, desto entscheidender wird die Standortqualität – von Demografie über Wirtschaftskraft bis Infrastruktur. Nicht der Gesamtmarkt allein, sondern vor allem der Einzelstandort entscheidet über die Performance. Aus Sicht von Paribus liegt genau hier der Schlüssel für nachhaltige, selektiv ausgesteuerte Investmentstrategien im deutschen Wohn-immobilienmarkt.

Hans-Henning Brand ist Geschäftsführer der Paribus Holding GmbH & Co. KG, Hamburg. Paribus ist ein inhabergeführtes Finanz- und Investmentunternehmen. Seit 2003 entwickelt und strukturiert Paribus Kapitalanlagen und hat seit Gründung gemeinsam mit professionellen, semi-professionellen und privaten Investoren ein Investitionsvolumen von rund acht Milliarden Euro realisiert.

https://www.paribus.de

 

Der Beitrag ist zuerst im Schwerpunkt Wohnimmobilien zu EXXECNEWS Ausgabe 07-2026 erschienen.

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