EZB nimmt den kleinen Zeh vom Gaspedal

Kommentar von Ulrike Kastens (DWS) im Anschluss an die EZB-Ratssitzung am 9. September 2021. Ihrer Einschätzung nach müssen sich die Marktteilnehmer ab 2022 auf ein geringeres Volumen der Anleihekäufe einstellen:

Ulrike Kastens
Ulrike Kastens

Deutlich verbesserte Konjunkturaussichten bei gleichzeitig günstigen Finanzierungsbedingungen haben die Europäische Zentralbank (EZB) – wie erwartet – veranlasst, ihre Anleihekäufe im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Programmes (PEPP) moderat zu drosseln. Die EZB nannte – ebenso wie erwartet – keine exakte Zahl, aber nach 80 Milliarden Euro in den vergangenen Monaten dürfte sie nun anstreben, Anleihen im Wert von 65 bis 70 Milliarden Euro pro Monat zu kaufen. Auch wenn die Bank dies lediglich als eine Anpassung im Rahmen des flexiblen PEPP begreift, dürften Marktteilnehmer dies als ersten kleinen Schritt in Richtung einer sehr langen und sehr vorsichtigen geldpolitischen Normalisierung ansehen. Zumal EZB-Präsidentin Christine Lagarde ausdrücklich auf das Dezember-Treffen zur Rekalibrierung der Geldpolitik hinwies. Dann soll grundsätzlicher entschieden werden, wie mit den Anleihekäufen in den verschiedenen Ankaufprogrammen weiter verfahren werden soll.

Insofern war das heutige Treffen wahrscheinlich eher ein Warmlaufen. Dennoch wurden zwei Punkte gemacht, die auch im Dezember wichtig sein werden. Erstens schreitet die konjunkturelle Erholung in der Eurozone voran, was sich in der erneuten Aufwärtsrevision der BIP-Prognosen zeigt. Zweitens zeigen sich vorsichtige Anzeichen in der Einschätzung der EZB, dass die Inflation womöglich doch höher ausfallen könnte als bisher erwartet. Die Projektionen für 2021 und 2022 wurden nach oben revidiert, für 2023 blieb sie nahezu unverändert. Gleichzeitig wies die Notenbank ausdrücklich auf das Risiko hin, dass sich die anhaltenden Angebotsengpässe in höheren Lohnabschlüssen niederschlagen könnten. Dies würde dem Preisdruck einen dauerhafteren Charakter geben als bisher gedacht.

Vor diesem Hintergrund werden die Projektionen für 2024 auf dem Dezember-Treffen dieses Jahres entscheidend für den Grad der geldpolitischen Expansion sein. Grundsätzlich bleiben wir dabei: 2021 markiert den Höhepunkt der Anleihekäufe, ab 2022 müssen sich die Marktteilnehmer auf ein geringeres Ankaufvolumen einstellen.

Ulrike Kastens ist Senior Economist für Europa bei der DWS Group in Frankfurt am Main. Der börsennotierte Vermögensverwalter im Mehrheitsbesitz der Deutschen Bank beschäftigt rund 3.500 Mitarbeiter weltweit und verwaltet ein Vermögen in Höhe von 820 Milliarden Euro.

www.dws.com

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