Gastbeitrag von Volker Wohlfarth, Geschäftsführer bei zinsbaustein.de, über Immobilienfinanzierung als Anlagestrategie in Krisenzeiten:
Anleger suchen derzeit verstärkt nach Diversifikationsmöglichkeiten um zum einen ihr Risiko weiter zu streuen und zum anderen, um der Niedrigzinsphase mit unterschiedlichen Anlageprodukten entgegen zu wirken. Dabei begeben sich immer mehr Kunden aktiv selbst auf die Suche nach alternativen Anlagemöglichkeiten. Gewinner sind hierbei sind Zinsportale wie Weltsparen oder zinspilot, Robo-Advisor wie Quirion oder Scaleable Capital und Crowdinvestmentplattformen wie zinsbaustein.de.
Warum die Immobilienpreise der Coronakrise trotzen
Im zweiten Quartal verteuerten sich laut Statistischen Bundesamts die Wohnimmobilien im Schnitt um 1,4 Prozent gemessen am ersten Jahresviertel. Zum Vorjahreszeitraum stand laut der ersten Schätzung ein Plus von 5,6 Prozent. Damit bewegten sich die Zuwächse im Bereich der vorhergehenden Quartale, so die Statistiker. Schon zu Jahresbeginn waren die Immobilienpreise speziell bei Wohnimmobilien kräftig gestiegen. Eine gleichbleibende, wenn nicht sogar anstehende Nachfrage erfahren auch Plattformen für Immobilieninvestments, wie beispielsweise zinsbaustein.de. Die Nachfrage nach Crowdinvestments ist hoch und Projekte werden teilweise in kürzester Zeit finanziert. Das bestätigt auch das größte, jüngst über die Plattform finanzierte Projekt, dem Cube River 342 in Düsseldorf. Über 4,3 Millionen Euro sammelte zinsbaustein.de für die Revitalisierung einer ehemaligen Büroimmobilie in eine Wohneinheit ein. Doch was könnten die Gründe für ein solches Wachstum der Nachfrage sein? Eine mögliche Antwort: die Auswirkungen der Digitalisierung. Denn auch die Anleger digitalisieren und formatieren sich zu einer neuen Zielgruppe, den sogenannten „Educated Decision Maker“. Das sind Anleger, die sich genau über ein Produkt im Internet informieren und sich somit Kosten, die bei klassischer Geldanlage anfallen, sparen, da die digitalen Angebote oftmals günstiger sind und keine Finanzvermittlungskosten anfallen. Die Auswahl der zu finanzierenden Immobilienprojekte bei zinsbaustein.de unterliegt strengen Kriterien und ein Investmentkomitee entscheidet final über die Annahme eines Projektes, nachdem es zuvor bereits von Analysten auf Herz und Nieren anhand von vielfältigen Kriterien ausgewählt wurde. Kriterien sind beispielsweise Baufortschritt, Kostenstruktur, Exitszenarien, vorhandene Eigenmittel, eine erteilte Baugenehmigung oder Referenzen des Projektentwicklers. Daher konnten bisher alle Projekte ausnahmslos mit Zinsen an die Investoren zurückgeführt werden. Der Asset-Mix auf der Plattform ist durchmischt und umfasst neben Wohngebäuden beispielsweise Büro- oder Pflegeimmobilien. Besonders letztere erfreuen sich großer Beliebtheit, da die Nachfrage nach Pflegeobjekten aufgrund des demografischen Wandels weiterhin sehr hoch ist.
Besonders Wohnimmobilien boomen
Eine Immobilienklasse hat sich besonders in den letzten sechs Monaten klar als krisenresistent hervorgetan: Wohnimmobilien waren von den Auswirkungen der Krise beziehungsweise des Lockdowns kaum beeinflusst und haben somit auch nicht an Wert verloren. Da die Kreditvergabe durch die Krise strenger geworden ist, vor allem für Kredite für Gewerbeimmobilien, sind viele Projektentwickler derzeit auf der Suche nach alternativen Möglichkeiten, um Ihr Eigenkapital ideal einzusetzen. Auch Anschlusskredite oder die Ablösung von Krediten sind oftmals Gründe, weshalb Projektentwickler auf der Suche nach Alternativen sind. Hervorzuheben ist auch die Geschwindigkeit, in der die Projekte auf der Plattform finanziert werden: Diese ist während der Krise konstant gestiegen und erreichte Rekorde von teilweise 2,0 Millionen Euro in nur vier Stunden. Ein starker Indikator für einen Anstieg der Nachfrage, die eben auch während Corona nicht abgerissen ist. Weitere Indikatoren sind sehr hohe Öffnungsrate der Newsletter, die regelmäßig an Interessenten und bestehende Kunden versendet werden. Dies reflektiert, dass großes Interesse an der Anlagemöglichkeit über die Crowd besteht, und bestärkt die These, dass sich mehr und mehr Anleger vorab und ausführlich online über Geldanlage informieren.
Die Immobilienpreise und auch die Nachfrage nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten sind von der Krise bisher nicht oder fast nicht betroffen und scheinen auch in Zukunft vorerst eine attraktive Anlagemöglichkeit zu sein. Wichtig für AnlegerInnen ist immer die Diversifikation ihrer Anlagestrategie und sich dabei nicht auf eine Anlageklasse zu fokussieren. Gerade in Krisenzeiten können einige Dumpingpreise gute Einstiegsmöglichkeiten für ein Investment sein – aber eine krisensichere Strategie beinhaltet eben auch immer eine ausgleichende Investition, die nicht allzu hohen Wertschwankungen unterliegt.
EXXECNEWS-Autor Volker Wohlfarth ist Geschäftsführer der Zinsbaustein GmbH, einer digitalen Plattform für Immobilieninvestments mit Sitz in Berlin. Das Unternehmen wurde im Januar 2016 von der sontowski [&] partner group und der FinLeap GmbH gegründet. Das TÜV-zertifizierte Portal zinsbaustein.de sammelt und vermittelt Anlegerkapital für Projektentwicklungen und Bestandsinvestments, das vor allem durch Crowdfunding bereitgestellt wird.
Dieser Gastbeitrag ist zuerst erschienen in EXXECNEWS Ausgabe 21/2020.