
Die weltweite Nachfrage nach moderner Infrastruktur steigt rasant an und ermöglicht dadurch erhebliche und wachsende Chancen für privates Kapital. Infrastrukturanleihen bieten Anlegern eine Kombination aus dem Potenzial für risikobereinigte Renditen, relativ hohen Erträgen, Widerstandsfähigkeit über Konjunkturzyklen hinweg und verbesserten strukturellen Schutzmechanismen im Vergleich zu Unternehmensanleihen mit ähnlichem Rating. Gestützt auf langlebige Sachanlagen, die wesentliche Dienstleistungen erbringen, und inflationsgebundene Cashflows weisen Infrastrukturanleihen historisch gesehen niedrigere Ausfall- und Verlustraten, höhere Rückflussquoten und eine geringere Ratingvolatilität auf und sorgen gleichzeitig für eine sinnvolle Portfoliodiversifizierung. Die Anlageklasse umfasst etablierte Kategorien – darunter Strom, Energie, Verkehr, Versorgungsunternehmen und soziale Infrastruktur – sowie schnell wachsende digitale Segmente wie Rechenzentren und Glasfaser.
Infrastruktursektoren, Anlageklassen, Strategien und Risikoniveaus
Wir definieren investierbare Infrastruktur als eine physische Anlage oder ein System, das eine wesentliche Dienstleistung zur Unterstützung der Öffentlichkeit oder der Wirtschaft erbringt, bei begrenztem Wettbewerb und/oder hohen Markteintrittsbarrieren. Das Spektrum der Vermögenswerte im Infrastrukturbereich erweitert sich. Neuere Anlageklassen wie die Erzeugung Erneuerbarer Energien sowie digitale Vermögenswerte wie Rechenzentren entstehen zunehmend neben traditionellen Sektoren wie Verkehr und Versorgung. Unser Ansatz zur Analyse potenzieller Investitionen konzentriert sich auf die fundamentalen Risiken der Anlage und die Cashflows, die sie voraussichtlich generieren wird. Der Infrastrukturmarkt unterteilt Anlagestrategien in der Regel in die vier Kategorien Core, Core-Plus, Value-Added und Opportunistic. Das relative Risikoniveau hängt davon ab, wie sicher es ist, dass die zugrunde liegenden Vermögenswerte die prognostizierten Cashflows generieren können. Core-Investoren erwerben in der Regel Vermögenswerte, die stabile, vorhersehbare und regulierte Cashflows generieren und niedrige Kapitalkosten aufweisen, wodurch sie eine geringere Rendite akzeptieren können. Am anderen Ende des Spektrums streben opportunistische Investoren höhere Renditen an, indem sie Projekte in früheren Phasen oder Entwicklungsteams unterstützen, in der Hoffnung, von erheblichen Aufwärtspotenzialen zu profitieren.
Verbesserte Cash-Renditen und geringeres Kreditrisiko
Private hochverzinsliche Infrastrukturkredite weisen mehrere attraktive Merkmale auf, die für ihre Aufnahme in ein Portfolio sprechen. Das ist zum einen eine Historie verbesserter Cash-Renditen, die von Illiquiditäts- und Strukturprämien gegenüber liquiden öffentlichen Hochzinsanleihen profitiert haben, zum anderen ein geringeres Kreditrisiko als bei Unternehmensanleihen mit ähnlichem Rating. Hinzu kommen verbesserte strukturelle Absicherungen, Diversifizierung und geringere Korrelation mit typischen Unternehmensemittenten. 2026 lagen die Kreditspreads privater hochverzinslicher BB-Infrastrukturanleihen in der Regel im Bereich von 200 bis knapp 300 Basispunkten (bp), was zu Renditen führte, die typischerweise bei etwa 7,0 Prozent oder höher. Zwar zahlen Infrastruktur-Emittenten in der Regel höhere Zinsen für ihre Schulden, doch deuten ihre bisherigen Ergebnisse darauf hin, dass ihr Kreditrisiko geringer war als das von Unternehmenskreditnehmern. Infrastrukturanleihen haben sich über verschiedene Konjunkturzyklen hinweg als widerstandsfähig erwiesen und weisen niedrigere Ausfall- und Verlustquoten auf als Unternehmensanleihen aus dem Nicht-Finanzsektor.
Verbesserte strukturelle Schutzmechanismen
Infrastrukturanleihen weisen strukturelle Merkmale auf, die dazu beitragen, Ausfälle zu begrenzen und höhere Rückzahlungsquoten zu unterstützen. Im Vergleich zu anderen Sektoren der Kapitalmärkte sind Infrastrukturanleihen stark strukturiert und verfügen über ein umfassendes Paket von Kreditauflagen, die die Möglichkeiten des Kreditnehmers einschränken, Maßnahmen zu ergreifen, die den Interessen des Kreditgebers zuwiderlaufen. Zu den typischen Beschränkungen gehören Begrenzungen der zusätzlichen Verschuldung sowie Anforderungen zur Aufrechterhaltung von Schuldendienstdeckungsquoten und zur Begrenzung von Verschuldungsquoten, sowohl zur Vermeidung eines Ausfalls als auch vor der Ausschüttung von Erträgen an die Anteilseigner.
Vorteile durch Diversifizierung – Risiken im Auge behalten
Eine Moody’s-Studie zeigte, dass die Ratingvolatilität für Infrastrukturanleihen während eines Großteils des Untersuchungszeitraums nahe Null lag, abgesehen von der Energiekrise Anfang der 2000er Jahre. Dies galt sogar während der globalen Finanzkrise 2008 bis 2009, dem Energiepreisverfall 2015-2016 und dem Covid-19-Lockdown 2020 bis 2021. Infrastrukturanlagen können Konjunkturzyklen standhalten: Sie erbringen wesentliche Dienstleistungen, sie verlangen in der Regel von den Emittenten, Reserven zu halten, um die Liquidität für den Fall eines Ereignisses oder eines betrieblichen Problems zu sichern, das die normale Generierung von Cashflows unterbricht; zudem profitieren sie häufig von inflationsindexierten Ertragsverträgen, sodass ihre Erträge bei steigenden Kosten entsprechend dem Verbraucherpreisindex oder einer anderen Form der Indexierung ansteigen, oft sind ihre Erträge durch Verträge oder regulatorische Rahmenbedingungen festgelegt, die in der Regel nicht von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung oder den Konsumausgaben abhängen. Anlagen in private Infrastrukturanleihen bieten viele potenzielle Vorteile, doch wie bei anderen Anlagen gibt es auch hier Risiken wie Illiquidität, rechtliche/regulatorische Risiken, Betriebs-/Technologie-, Blind-Pool- sowie Umweltrisiken.
Patrick Manseau, ist Head of Infrastructure Debt Americas and Asia Pacific, MetLife Investment Management (MIM), einer der weltweit größten Infrastrukturinvestoren, der Infrastrukturkredite im Wert von 41,2 Milliarden US-Dollar verteilt auf über 500 Kreditpositionen in allen wichtigen Infrastruktursektoren verwaltet. MetLife Investment Management ist das institutionelle Asset Management-Geschäft von MetLife, Inc. (NYSE: MET), das in den Bereichen Multi-Asset, Aktien, öffentliche und private festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien, alternative Anlagen und Versicherungslösungen tätig ist und zum 31. März 2026 736 Milliarden US-Dollar verwaltete.
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Der Beitrag ist zuerst in EXXECNEWS Ausgabe 14-2026 erschienen.