Investmentchancen durch seriellen und modularen Wohnungsbau
Konventioneller Wohnbau kann die Renditeerwartungen institutioneller Investoren aktuell kaum noch erfüllen. Zu hoch sind Grundstückspreise und Baukosten, zu langwierig Genehmigungsprozesse und Bauphasen. Gleichzeitig steigt der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum weiter.
Wie können unter diesen Bedingungen wirtschaftlich tragfähige Wohnimmobilieninvestments entstehen? Serielles und modulares Bauen kann die Antwort sein. Dabei werden Gebäudeteile beziehungsweise komplette Raummodule industriell vorgefertigt und auf der Baustelle nur noch montiert. Bauprozesse werden standardisiert und deutlich effizienter gestaltet.
Gleichzeitig haben sich Architektur und Qualität solcher Gebäude in den vergangenen Jahren erheblich weiterentwickelt. Mit den Plattenbauten vergangener Jahrzehnte hat die heutige Serienfertigung kaum noch etwas gemein. Neue Technologien und Designs ermöglichen es, dass durch die industrielle Vorfertigung Immobilien nicht nur schnell, planungssicher und kostengünstig entstehen können, sondern die Gebäude auch optisch attraktiv sind.
Vorteile seriellen und modularen Bauens
Ein wesentlicher Vorteil des seriellen und modularen Bauens liegt in der Zeitersparnis. Die Bauteile können schnell und bereits während der Tiefbauarbeiten produziert werden. Dadurch verkürzen sich Projektlaufzeiten erheblich. Für Investoren ergeben sich geringere Finanzierungskosten in der Entwicklungsphase und frühere Einnahmen durch schnellere Vermietung.
Durch standardisierte Prozesse und Skaleneffekte berichten Entwickler von Baukosteneinsparungen zwischen zehn und 25 Prozent gegenüber konventionellen Bauverfahren. Gleichzeitig reduziert die industrielle Fertigung witterungsbedingte Verzögerungen beim Bau und ermöglicht eine gleichbleibend hohe Bauqualität.
Material- und energieeffizientes Bauen
Neben wirtschaftlichen Faktoren spielt auch Nachhaltigkeit eine Rolle. Industriell gefertigte Gebäude entstehen materialeffizienter und sind leichter mit energieeffizienter Gebäudetechnik kombinierbar. Langfristig orientierte Investoren können sich auf diese Art junge Bestände mit stabilen Cashflows und geringem Sanierungsbedarf sichern.
Höhere Rendite als bei konventioneller Bauweise
Dass das Thema unter institutionellen Investoren zunehmend Beachtung findet, zeigt eine Umfrage der Industria Immobilien. Rund 45 Prozent der Befragten können sich vorstellen, in Fonds mit seriell oder modular errichteten Immobilien zu investieren. Mehr als die Hälfte erwartet sogar höhere Renditen als bei konventionellen Bauweisen. Die Umfrage stammt aus dem Frühjahr 2025, doch die Akzeptanz der Serienfertigung unter institutionellen Investoren dürfte sich seither noch erhöht haben.
Serielles und modulares Bauen wird zunehmend zu einem strategischen Thema für die Immobilienwirtschaft. Die industrielle Vorfertigung kann helfen, Wohnraum schneller, kalkulierbarer und wirtschaftlicher zu schaffen. Das eröffnet institutionellen Investoren neue Möglichkeiten, in einem herausfordernden Marktumfeld attraktive Wohninvestments zu realisieren.
Thomas Wirtz (FRICS) ist Geschäftsführer der Industria Immobilien GmbH, Frankfurt. Industria ist Teil der Becken-Gruppe, eines inhabergeführten Hamburger Immobilien- und Investmentunternehmens. Aktuell verwaltet Industria rund 24.000 Wohneinheiten mit einem Volumen von mehr als 6,3 Milliarden Euro im deutschen Wohnungsmarkt.
Der Beitrag ist zuerst im Schwerpunkt Wohnimmobilien zu EXXECNEWS Ausgabe 07-2026 erschienen.