Listed Infrastructure: Chancen durch Megatrends und staatliche Förderung

Prabal Sidana

Die globalen Infrastrukturmärkte erleben derzeit eine bemerkenswerte Dynamik. Staatliche Förderprogramme und wirtschaftliche Entwicklungen wirken zusammen und schaffen neue Investitionschancen. Besonders das Segment Listed Infrastructure, also börsennotierte Infrastrukturunternehmen, profitiert davon. Diese Assetklasse eröffnet einem noch breiteren Kreis von Investoren Zugang zu den attraktiven Chancen, die Infrastruktur bietet.

Allein in Deutschland sollen etwa 100 Milliarden Euro – rund 20 Prozent des deutschen Sondervermögens – in den Ausbau Erneuerbarer Energien und die Energiesicherheit fließen. Davon profitieren nicht nur etablierte Großunternehmen, sondern auch spezialisierte Anbieter innovativer Energieinfrastrukturen. Auch die Verkehrs- und digitale Infrastruktur, darunter europäische Mautstraßen, Flughäfen, Rechenzentren und Kommunikationstürme, dürften zu den Nutznießern zählen. Das geplante Sondervermögen der deutschen Bundesregierung sollte somit nicht nur den deutschen, sondern auch den europäischen Infrastrukturmarkt spürbar stärken.

Aktuelle Debatten rund um das Thema Energiesicherheit in Europa eröffnen Chancen sowohl in der klassischen Energieinfrastruktur als auch bei Erneuerbaren Energien. Im Kommunikationssektor bieten der Ausbau von 5G-Netzen und die wachsende Zahl von Rechenzentren zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten.

 

Strukturelle Marktvorteile

Die Marktstrukturen im Listed Infrastructure-Sektor unterscheiden sich deutlich von anderen Branchen. Hohe Kapitalanforderungen schaffen erhebliche Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber. In vielen Subsektoren teilen sich nur wenige Anbieter den Markt, wodurch Gewinne und Margen vor übermäßigem Wettbewerbsdruck geschützt bleiben. Anders als in technologiegetriebenen Branchen besteht zudem ein dauerhaft hoher Bedarf an grundlegender oder Kern-Infrastruktur – von Abfallentsorgung über Wasserversorgung bis hin zu Stromnetzen und Bahnverbindungen.

Während Aktien allgemein als Schutz gegen Inflation gelten, geht börsennotierte Infrastruktur noch einen Schritt weiter: Das Geschäftsmodell integriert den Inflationsschutz oft direkt durch staatlich regulierte Versorgungsdienste oder langfristige Verträge und Konzessionen im Energie-Midstream sowie bei Mautstraßen.

 

Langfristige Wachstumsperspektiven

Die Wachstumsaussichten für Listed Infrastructure sind vielversprechend. Inflationsindexierte Ertragsströme sorgen für stabile Einnahmen, während globale Megatrends wie Urbanisierung, Digitalisierung, Clean Energy und Energiesicherheit das Wachstum stützen. Nach Schätzungen von Oxford Economics sind bis 2040 weltweit Investitionen von rund 94 Billionen US-Dollar erforderlich, um die Infrastrukturlücke zu schließen – davon entfallen 50 Billionen US-Dollar auf die Verkehrsinfrastruktur und rund 20 Billionen US-Dollar auf die Energieinfrastruktur.

Die starke Nachfrage nach schnellen Datennetzen und das exponentielle Wachstum des Datenvolumens, beschleunigt durch Künstliche Intelligenz, werden die Investitionen in IT-Infrastruktur weiter antreiben. Betreiber börsennotierter Infrastrukturanlagen sind damit hervorragend positioniert.

Prabal Sidana ist Global Head of Liquid Private Markets bei der Partners Group AG, Baar, Schweiz.

https://www.partnersgroup.com

 

Der Beitrag ist zuerst im im EXXECNEWS Schwerpunkt Infrastruktur erschienen.

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