
In den vergangenen 25 Jahren mussten Anleger wiederholt geopolitische und wirtschaftliche Schocks bewältigen – von der globalen Finanzkrise über Kriege und Inflationsphasen bis hin zu tiefgreifenden technologischen Veränderungen. Diese Ereignisse haben die Bedeutung der Widerstandsfähigkeit von Portfolios und einer breiten Diversifikation über verschiedene Anlageklassen hinweg verdeutlicht.
Während Regierungen rund um den Globus verstärkt Investitionen in Private Markets fördern, um Wachstum zu stimulieren und Infrastrukturprojekte zu finanzieren, untersuchte Aberdeen Investments in einer Analyse, wie sich Private Markets in den letzten 25 Jahren im Vergleich zu anderen Assetklassen entwickelt haben.
Die Analyse zeigt, dass ein breit gestreuter, gleichgewichteter Korb aus Private-Markets-Anlagen traditionelle Anlageklassen – Aktien, 60/40-Portfolios und Anleihen – in den vergangenen 25 Jahren übertroffen hat. Diese Outperformance ging jedoch mit einem höheren Risikoprofil einher, was die Bedeutung einer sorgfältigen Diversifikation, einer fundierten Managerauswahl sowie eines konsequenten Liquiditätsmanagements unterstreicht.
Höhere Gesamtrendite als traditionelle Anlageklassen
Die Wertentwicklung der vergangenen 25 Jahre zeigt, dass ein gleichgewichteter Korb aus Private-Markets-Anlagen eine Gesamtrendite von 845 Prozent erzielte. Im Vergleich dazu kamen globale Aktien auf 359 Prozent, globale Anleihen auf 190 Prozent und ein traditionelles 60/40-Portfolio auf 309 Prozent (Zahlen bis 30. September 2025). Dieser Zeitraum umfasste zahlreiche Marktverwerfungen, darunter das Platzen der Technologieblase, die globale Finanzkrise, geopolitische Konflikte sowie Inflationsschübe. Trotz dieses Renditeunterschieds sollten Anleger bei Vergleichen mit börsennotierten Anlagen die unterschiedlichen Risiko-, Liquiditäts- und Bewertungsmerkmale von Private-Markets-Investments berücksichtigen.
Denn diese Renditen wurden mit einem höheren Risikoprofil erzielt und die vergangenen Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für zukünftige Ergebnisse. Aufgrund der unterschiedlichen Volatilität der verschiedenen Private-Markets-Segmente betrachtete Aberdeen bewusst einen gleichgewichtet zusammengesetzten Korb aus Private-Markets-Vermögenswerten. Die darin enthaltenen Segmente umfassten Private Equity, Infrastruktur, Immobilien, Private Credit und Rohstoffe.
Private-Markets-Investments haben Langfrist-Charakter
Es ist offensichtlich, dass noch mehr Aufklärungsarbeit nötig ist, um die Chancen und Risiken von Private-Markets-Investitionen besser zu vermitteln. Der langfristige Charakter dieser Anlagen kann Anlegern Zugang zu Renditetreibern bieten, die an den öffentlichen Kapitalmärkten oft weniger leicht zugänglich sind. Die tatsächlichen Ergebnisse unterscheiden sich jedoch erheblich je nach Anlageklasse, Anlagejahr, Manager und Marktumfeld.
Um das Vertrauen der Öffentlichkeit in Private Markets zu erhöhen und zusätzliche Investitionen in diese Anlageklasse zu fördern, plädieren wir für eine offene und ehrliche Diskussion über Chancen und Risiken. Die Risikoprofile von Private-Markets-Anlagen unterscheiden sich grundlegend von denen öffentlicher Märkte – Anleger sollten sich dessen bewusst sein.
Nalaka De Silva ist Head of Private Markets Solutions bei Aberdeen Investments. Aberdeen Investments ist ein global tätiger, unabhängiger Asset Manager. Mit über 600 Investment-Profis verwaltet Aberdeen Investments ein Vermögen von rund 447,2 Milliarden Euro. Die abrdn Investments Deutschland AG, Frankfurt am Main, verwaltet mit rund 100 Mitarbeitern rund 36,2 Milliarden Euro für institutionelle Investoren und Vertriebspartner im Privatkundenbereich (Stand: 31. Dezember 2025).
Der Beitrag ist zuerst im Jahrbuch der Deutschen Anlageberatung 2026 erschienen.