US-Mietmarkt 2025: Evolution, Trends und Perspektiven

Martin Stoß

Von Notlösung zum Lifestyle-Modell: Der amerikanische Mietmarkt wächst und verspricht einen jährlichen Anstieg von 3,1 Prozent bis 2030.

Was einst als „Arme-Leute-Lösung“ abgetan wurde, hat sich in den USA zu einem begehrten Wohnmodell gewandelt. Mietwohnungen haben sich fest in der amerikanischen Wohnkultur verankert. Rund 70 Prozent des Mietwohnraums liegt heute laut US Real Estate Investor in den Händen privater Investoren, während die Mieterzahlen gegenüber früheren Dekaden deutlich zugenommen haben – quer durch alle Altersgruppen, Bildungsschichten und ethnischen Hintergründe.

Die Zahlen sprechen für sich: Von 42,6 Millionen Mieterhaushalten im Jahr 2015 kletterte die Anzahl auf 46,15 Millionen im ersten Quartal 2025 – ein Plus von 8 Prozent. Zum Vergleich: 1990 zählte man lediglich 32,92 Millionen. Parallel dazu hielt sich die Leerstandsquote auf niedrigem Niveau – laut Callan von 2017 und 2021 im Durchschnitt bei etwa 4,5 Prozent. Die Pandemie verstärkte diesen Trend noch; die Quote sank 2022 zeitweise unter 3 Prozent. Erst der intensivierte Wohnungsbau ließ sie bis Ende 2024 wieder auf 5,2 Prozent ansteigen.

 

Momentaufnahme und Prognose 2025

CBRE sieht den Multifamily-Sektor 2025 an einem vielversprechenden Wendepunkt. Selbst angesichts steigender Zinsen und der Bauoffensive der letzten Jahre bleibe dieser Markt dank robuster Grundlagen „eine attraktive Anlageklasse“, so das Unternehmen.

Die für Ende 2025 prognostizierte Leerstandsquote von 4,9 Prozent und ein erwartetes jährliches Mietwachstum von 2,6 Prozent zeugen von bemerkenswerter Stabilität. Für den Fünfjahreszeitraum rechnet CBRE mit einem durchschnittlichen jährlichen Mietplus von 3,1 Prozent – deutlich über dem Vor-Pandemie-Niveau von 2,7 Prozent.

 

Mieten oder Kaufen? Ein ungleiches Duell

Die wachsende Schere zwischen Wohneigentum und Miete treibt den Mietmarkt nachhaltig an. Heute liegen monatliche Hypothekenzahlungen satte 35 Prozent über den durchschnittlichen Apartmentmieten. Zwar könnte diese Differenz bis Ende 2025 auf 32 Prozent sinken – für viele Amerikaner bleibt der Immobilienkauf dennoch außer Reichweite.

Verschärft wird diese Dynamik durch die Zurückhaltung bestehender Eigenheimbesitzer: Rund 80 Prozent profitieren von Hypothekenzinsen unter 5 Prozent aus früherer Zeit (aktuell rund 7 Prozent) und scheuen daher den Verkauf. In Hotspots wie Austin und Los Angeles klafft die Lücke besonders weit – hier übersteigen die Kaufkosten die durchschnittliche Miete um mehr als das 2,5-fache.

Doch nicht nur die Kosten entscheiden. Paul Decaine, Präsident des Projektentwicklers Aventon Companies, beobachtet: „Trotz des erweiterten Angebots bleibt die Nachfrage nach Premium-Wohnimmobilien im Class-A-Segment ungebrochen stark. Die Auswahlmöglichkeiten für Mieter sind größer denn je, doch das Interesse wächst weiter – nicht zuletzt durch das Homeoffice, das mehr Flexibilität bei der Wohnortwahl ermöglicht. Moderne Apartments bieten einen komfortablen, schlüsselfertigen Lebensstil mit maximaler Flexibilität – ohne die langfristigen Bindungen eines Eigenheimkaufs.“

 

Vom Stigma zum Statussymbol

Der US-amerikanische Mietwohnungsmarkt hat eine beeindruckende Metamorphose durchlaufen. Was einst als letzter Ausweg für die weniger Bemittelten galt, ist heute ein bevorzugtes Wohnmodell für Millionen Amerikaner quer durch alle Einkommensschichten.

Diese Transformation – von einfachen Mietshäusern zu modernen Apartmentanlagen mit Pool- und Fitnessbereichen – spiegelt tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen wider: fortschreitende Urbanisierung, revolutionierte Arbeitsmodelle und ein wachsendes Bedürfnis nach Flexibilität.

Martin Stoß ist Geschäftsführer und Leiter des Geschäftsbereichs Immobilien USA bei der BVT Unternehmensgruppe, München. Die BVT ist langjährig erfahrener Spezialist für Investitionen in Wohnimmobilien-Projektentwicklungen im US-Multi-Family Markt. Mehr unter www.residential-usa.de.

 

Der Beitrag ist zuerst in EXXECNEWS Ausgabe 15-2025 erschienen.

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