Der Markt für Impact Investing ist weltweit auf mehr als 1,5 Billionen US-Dollar angewachsen. Doch nach Einschätzung von Caroline Bressan, Vorstandschefin des US-amerikanischen Impact-Investors Open Road Impact, verliert die Branche zunehmend ihren ursprünglichen Anspruch.
Statt Wirkung an den Anfang der Investmententscheidung zu stellen, werde sie häufig nur noch als zusätzlicher Filter nach Renditeüberlegungen genutzt.
Bressan warnt in einem Kommentar, dass der Sektor zwar an Größe gewinne, gleichzeitig aber an Überzeugungskraft verliere. Nach Daten des Global Impact Investing Network (GIIN) sei das investierte Kapital in Impact-Transaktionen bei wiederholt befragten Marktteilnehmern im Jahr 2024 um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Ursache sei vor allem der Rückzug größerer Investoren aus risikoreicheren Engagements zugunsten etablierterer Anlagen.
„Impact first“ müsse wieder zum Ausgangspunkt werden, fordert Bressan. Dabei gehe es nicht darum, Rendite auszuschließen, sondern Investitionsentscheidungen von einem gesellschaftlichen oder ökologischen Ziel her zu entwickeln. Finanzielle Erträge sollten aus einer Strategie entstehen, die ein konkretes Problem löst – und nicht umgekehrt.
Für Kapitalgeber bedeute dies, zunächst gewünschte Wirkungen zu definieren und daraus eine passende Anlagestrategie abzuleiten. Beim Klimaschutz könne dies etwa eine Kombination aus verschiedenen Finanzierungsinstrumenten entlang der gesamten Wertschöpfungskette sein. Auch Verluste müssten anders bewertet werden: Ein gescheitertes Investment könne akzeptabel sein, wenn es dennoch messbare Wirkung erzielt habe.
Besonders wichtig sei die Rolle von Impact-Fondsmanagern und Sozialunternehmen. Manager müssten bereit sein, höhere Unsicherheiten zu tragen und gegebenenfalls auf Teile von Gebühren oder Rendite zu verzichten. Unternehmer wiederum müssten offen mit Zielkonflikten zwischen Wachstum und Wirkung umgehen.
Bressan sieht trotz der Herausforderungen positive Signale. Vor allem vermögende Familien und eine jüngere Generation von Kapitalgebern fragten zunehmend nach wirkungsorientierten Anlagestrategien. Die notwendigen Finanzierungsinstrumente seien vorhanden – entscheidend sei nun, Impact Investing wieder konsequenter an seinem Kern auszurichten: Wirkung zuerst, Rendite als Ergebnis. (DFPA/abg)
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Open Road wurde 2012 in Washington D.C, USA, gegründet und entwickelt Finanzierungsansätze für wirkungsorientierte Organisationen, Sozialunternehmen und gemeinnützige Initiativen. Die Organisation hat ihr Angebot von philanthropischen Aktivitäten über Advocacy-Arbeit bis hin zu Kreditlösungen weiterentwickelt, um unterschiedlichen Kapitalbedarfen gerecht zu werden. Ziel von Open Road ist es, Kapitalmärkte zugänglicher und effektiver für Unternehmen und Organisationen mit gesellschaftlicher Mission zu gestalten.