Lithium, Kobalt, Kupfer und Seltene Erden sind für die Energiewende unverzichtbar. Ihre Gewinnung belastet jedoch Umwelt und Gesellschaft. Die britische Autorin Karolina Adamkiewicz beschreibt in einem Beitrag für das Informationsportal „ImpactInvestor“, vor welchen Herausforderungen Impact-Investoren bei der Finanzierung der Energiewende stehen.
Der weltweite Ausbau erneuerbarer Energien und die Elektrifizierung der Wirtschaft erhöhen den Bedarf an kritischen Rohstoffen und Seltenen Erden. Die Materialien werden unter anderem für Solaranlagen, Windkraft, Stromnetze, Elektrofahrzeuge und Batteriespeicher benötigt. Gleichzeitig ist ihre Förderung häufig energieintensiv und umweltschädlich und kann in einigen Förderregionen mit Menschenrechtsproblemen und sozialen Konflikten verbunden sein.
In ihrem Beitrag für „ImpactInvestor“ verweist Karolina Adamkiewicz auf Schätzungen des UN University Institute for Water, Environment and Health, wonach allein die weltweite Produktion Seltener Erden im Jahr 2024 schätzungsweise 707 Millionen Tonnen giftige Abfälle verursacht hat. Für den wachsenden Bedarf an Batterien für Elektrofahrzeuge und Energiespeicher könnten bis 2035 zudem fast 400 neue Minen für Graphit, Lithium, Nickel und Kobalt erforderlich sein.
Für Investoren kommt es nach Einschätzung der von Adamkiewicz befragten Branchenvertreter deshalb auf eine differenzierte Betrachtung der einzelnen Rohstoffe und Lieferketten an. Kobalt etwa ist insbesondere wegen sozialer und menschenrechtlicher Risiken beim handwerklichen Bergbau in der Demokratischen Republik Kongo umstritten. Bei Seltenen Erden stehen Umweltbelastungen und die starke Konzentration der Raffineriekapazitäten in China im Mittelpunkt. Kupfer verfügt dagegen über eine vergleichsweise diversifizierte und etablierte globale Lieferkette.
Als Ansatzpunkte gelten verantwortungsvollere Beschaffung, effizienterer Materialeinsatz, Recycling und alternative Materialien. Natrium-Ionen-Batterien könnten beispielsweise Lithium und Kobalt teilweise ersetzen, befinden sich aber noch in einer frühen Entwicklungsphase. Auch die Suche nach neuen Materialien mithilfe künstlicher Intelligenz wird als mögliche langfristige Lösung genannt.
Impact-Investoren sehen zugleich Möglichkeiten, den Übergang durch Kapital für erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Elektrifizierung in Schwellenländern zu unterstützen. Investoren könnten zudem Umwelt- und Sozialstandards in ihren Beteiligungen verankern und Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Lieferketten begleiten.
Trotz Fortschritten bei Recycling und alternativen Technologien dürfte der Bedarf an kritischen Rohstoffen nach Einschätzung der Experten auf absehbare Zeit hoch bleiben. Für Anleger geht es damit weniger um die grundsätzliche Frage, ob kritische Rohstoffe „gut“ oder „schlecht“ sind, sondern um die Bewertung konkreter Risiken, Lieferketten und Möglichkeiten zur Schadensbegrenzung. (DFPA/abg)
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