Der neue Vorsitzende des europäischen Impact-Investorenverbands Impact Europe, Markus Freiburg, fordert eine stärkere Ausrichtung der Branche auf die Finanzierung sozialer Innovationen. Im Interview mit Pioneers Post kritisiert der Gründer der Finanzierungsberatung FASE, dass sich viele Impact-Investoren zu stark an Renditezielen orientierten. Die Branche müsse wieder stärker den gesellschaftlichen Nutzen in den Mittelpunkt stellen.
Mit Markus Freiburg steht künftig der Gründer der auf Sozialunternehmen spezialisierten Finanzierungsberatung FASE an der Spitze von Impact Europe. Im Gespräch mit der Journalistin Laura Joffre von Pioneers Post kündigte Freiburg an, die europäische Impact-Investing-Branche stärker auf die Finanzierung gesellschaftlicher Herausforderungen auszurichten. „Wir agieren als Pioniere, um den echten Kapitalismus 2.0 zu entwickeln“, sagte Freiburg.
Der neue Vorsitzende sieht Europa angesichts wachsender sozialer und ökologischer Herausforderungen vor einem Wendepunkt. Sozialunternehmen benötigten deutlich mehr Kapital und Finanzierungsinstrumente, die ihren Bedürfnissen gerecht würden. Gleichzeitig warnte Freiburg davor, soziale Innovationen dauerhaft zu unterfinanzieren. Dies könne langfristig hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Kosten verursachen.
Rückblickend räumte Freiburg ein, dass der Versuch, alle Investoren von einem konsequent wirkungsorientierten Ansatz zu überzeugen, nicht erfolgreich gewesen sei. Aus dieser Erfahrung habe er gelernt, pragmatischer vorzugehen und unterschiedliche Kapitalgeber dort abzuholen, wo sie stünden.
Als Vorsitzender von Impact Europe will Freiburg den Dialog zwischen Investoren, Stiftungen, öffentlichen Geldgebern und Sozialunternehmen intensivieren. Ziel sei es, den europäischen Markt für wirkungsorientierte Investitionen weiterzuentwickeln und mehr Kapital in Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen zu lenken. (DFPA/abg)
Das vollständige Interview mit Laura Joffre von Pioneers Post finden Sie hier.