Mit einem neuen Pilotfonds wollen mehrere britische Organisationen prüfen, ob Investitionen mit besonderem Fokus auf das Wohl von Kindern künftig auch für institutionelle Investoren attraktiv werden können. Ziel ist es, auf Basis der gewonnenen Erfahrungen bis Ende 2027 einen Fonds mit einem Volumen von 20 Millionen Pfund (rund 23,5 Millionen Euro) aufzulegen, der auch Kapital von Pensionsfonds und anderen institutionellen Anlegern einwerben soll.
Der zunächst mit 500.000 Pfund ausgestattete Fonds „Dream Big“ wurde von Key Fund gemeinsam mit der South Yorkshire Mayoral Combined Authority, Save the Children Global Ventures und der South Yorkshire Community Foundation aufgelegt. Das Kapital soll in Form von Darlehen, Mikrokrediten und Zuschüssen an mindestens 15 Organisationen fließen, die mit Kindern und Familien arbeiten.
Der Ansatz des sogenannten Child-Lens Investing berücksichtigt die Auswirkungen von Investitionen auf Kinder und integriert entsprechende Kriterien in Anlageentscheidungen sowie die Wirkungsmessung. Bislang spielt dieser Ansatz vor allem in der Philanthropie und im Bereich sozialer Investitionen eine Rolle. Die Initiatoren wollen nun den Nachweis erbringen, dass sich daraus auch ein marktfähiges Anlagekonzept für institutionelle Investoren entwickeln lässt.
Nach Einschätzung der Projektpartner besteht erhebliches Potenzial. Weltweit lebten rund eine Milliarde Kinder in Armut. Gleichzeitig verweist das Projekt auf Studien, wonach Investitionen in frühkindliche Bildung einen hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Nutzen erzielen können.
Für institutionelle Investoren steht jedoch die finanzielle Tragfähigkeit im Vordergrund. Andrew Stone von der South Yorkshire Pension Authority erklärte, ein Engagement von Pensionsfonds setze eine überzeugende Kombination aus Rendite, Risiko, Wirkungsnachweis und ausreichender Fondsgröße voraus. Erst wenn diese Voraussetzungen erfüllt seien, könne Child-Lens Investing als eigenständige Anlageklasse infrage kommen.
Nach Angaben der Initiatoren soll der Pilotfonds nun Daten und Markterfahrungen liefern, um eine entsprechende Investmentthese zu untermauern. Langfristig sollen öffentliche Mittel, philanthropisches Kapital und soziale Finanzierungen stärker miteinander verzahnt werden, um Investitionen in Bildung, Gesundheitsversorgung und andere kinderbezogene Angebote zu erleichtern. (DFPA/abg)
The Key Fund ist ein britischer Social-Investment-Anbieter mit Sitz in Sheffield, der seit 1999 Darlehen, Zuschüsse und weitere Finanzierungslösungen für Sozialunternehmen, gemeinnützige Organisationen und Community-Unternehmen in Nordengland und den Midlands bereitstellt. Die Organisation investiert insbesondere in Projekte, die von klassischen Banken nur eingeschränkt finanziert werden, und verbindet Kapital mit Beratungs- und Unterstützungsleistungen, um nachhaltiges Wachstum und soziale Wirkung zu fördern. Nach eigenen Angaben hat der Key Fund bislang mehr als 3.000 Organisationen unterstützt und Investitionen von über 64 Millionen Pfund bereitgestellt.