Vermögende Privatanleger und Philanthropen erhalten einer Analyse zufolge häufig keine ausreichende Beratung, um ihre finanziellen Ziele mit konkreten sozialen oder ökologischen Wirkungen zu verbinden. Das berichtet das Fachportal „Impact Investor“ unter Berufung auf Experten des Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP).
Zwar wächst das Interesse an Impact Investing, doch fehle es weiterhin an Beratern, die individuelle Wirkungsziele in passende Anlagestrategien übersetzen können.
Nach Angaben des Berichts kontrollieren weniger als 60.000 Menschen oder 0,001 Prozent der Weltbevölkerung etwa dreimal so viel Vermögen wie die ärmere Hälfte der Menschheit. Der globale Impact-Investment-Markt beläuft sich demnach auf rund 1,5 Billionen US-Dollar und ist seit 2019 im Schnitt um 21 Prozent pro Jahr gewachsen. Gleichzeitig wird die jährliche Finanzierungslücke zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele auf 2,5 bis 4 Billionen US-Dollar geschätzt.
Der Impact-Investor und CSP-Mitgründer Paolo Fresia sieht Defizite insbesondere bei der Finanzberatung. Die Mehrheit der Berater konzentriere sich auf finanzielle Aspekte und berücksichtige die angestrebte Wirkung zu wenig. Zwar gebe es inzwischen mehr Berater mit entsprechender Expertise, der Wandel des Finanzsystems sei aber noch nicht weit fortgeschritten.
Auch eine vom CSP, der Universität St. Gallen, der MIT Sloan Sustainability Initiative, Stanford PACS und Impact Frontiers veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass private Vermögensinhaber Schwierigkeiten haben, ihre finanziellen und wirkungsbezogenen Ziele in konkrete Strategien zu überführen. Häufig würden zunächst die Ziele nicht ausreichend präzisiert.
Nach Einschätzung des CSP-Forschers Jonathan Harris besteht zudem die Gefahr, dass Berater bei Anlageempfehlungen auf allgemeine Nachhaltigkeits- oder Impact-Themen zurückgreifen, anstatt konkrete individuelle Ziele zu berücksichtigen. In einem von ihm beschriebenen Fall führte dies dazu, dass eine Familie ihre Impact-Investments vorerst aussetzte, nachdem vorgeschlagene Fonds aus ihrer Sicht nicht ausreichend mit dem eigenen Ziel der Armutsbekämpfung übereinstimmten.
Die Experten plädieren daher für eine stärkere Spezialisierung der Beratung und eine klarere Verbindung zwischen Anlageentscheidungen und den angestrebten Ergebnissen. Zugleich warnt Harris davor, allein Berater für die bislang begrenzte Wirkung privater Kapitalanlagen verantwortlich zu machen. Entscheidend sei vielmehr, bereits am Anfang eines Anlageprozesses klar zu definieren, welches konkrete Problem mit dem Kapital gelöst werden solle. (DFPA/abg)
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Das Center for Sustainable Finance and Private Wealth (CSP) ist eine Stiftung in der Schweiz, die sich der Förderung nachhaltiger Entwicklung in den Bereichen Umwelt, soziale Verantwortung und Unternehmensführung widmet. Ziel der Stiftung ist es, nachhaltige Entwicklung sowohl national als auch international durch Information, Bildung und Forschung zu unterstützen und zu fördern. Sie leistet zudem Unterstützung für steuerbefreite Organisationen und Einzelpersonen und stellt sicher, dass die Mittel effizient und im Einklang mit ihrer Mission eingesetzt werden. Siw wurde 2025 am Swiss Institute of Banking and Finance (SBF-HSG) gegründet.