Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP FI) hat eine überarbeitete Fassung seines „Impact Radar“ veröffentlicht. Die neue Ausgabe ordnet ökologische, soziale und gesellschaftliche Nachhaltigkeitsthemen in einer gemeinsamen Systematik und soll Unternehmen, Banken und Investoren dabei unterstützen, positive und negative Auswirkungen ihrer Aktivitäten konsistenter zu identifizieren, zu bewerten und zu steuern.
Mit der 2026er-Ausgabe entwickelt UNEP FI seine Methodik für ein ganzheitliches Impact Management weiter. Ziel ist es, eine offene und einheitliche Nomenklatur für Nachhaltigkeitsthemen bereitzustellen, die von Finanzinstituten, Unternehmen, Standardsetzern und Regulierungsbehörden gleichermaßen genutzt werden kann. Der „Impact Radar“ selbst versteht sich dabei nicht als Bewertungsinstrument, sondern als Referenzrahmen, der in weiteren Anwendungen wie der Sector Impact Matrix oder den Holistic Impact Tools genutzt wird. Diese sollen unter anderem Wesentlichkeitsanalysen, Risikomanagement, Geschäftspartnerprüfungen sowie die Entwicklung nachhaltiger Finanz- und Produktlösungen unterstützen.
Im Mittelpunkt der Überarbeitung steht eine klarere Trennung zwischen den eigentlichen Nachhaltigkeitszielen („Topics“) und den betroffenen Anspruchsgruppen beziehungsweise Umweltkomponenten („Sustainability Parties“). Gleichzeitig wurden zahlreiche Begriffe an international etablierte Rahmenwerke angepasst, darunter die European Sustainability Reporting Standards (ESRS), die Standards der Global Reporting Initiative (GRI), die IRIS+-Taxonomie des Global Impact Investing Network (GIIN), die Taskforce on Nature-related Financial Disclosures (TNFD) sowie OECD-Leitlinien. Dadurch soll die Vergleichbarkeit verschiedener Nachhaltigkeitsstandards verbessert und die Interoperabilität zwischen ihnen erhöht werden.
Der neue „Impact Radar“ gliedert Nachhaltigkeit künftig in die drei Bereiche Menschen, Gesellschaft und natürliche Umwelt. Darunter fallen Themen wie Gesundheit, Bildung, Einkommen, Biodiversität, Klimastabilität oder verantwortungsvolle Unternehmensführung. Nach Angaben von UNEP FI soll der Ansatz dazu beitragen, Nachhaltigkeitswirkungen umfassender zu erfassen und Finanzentscheidungen stärker an internationalen Nachhaltigkeitszielen auszurichten. (DFPA/abg)
Den vollständigen „Impact Radar 2026“ finden Sie hier.
Die United Nations Environment Programme Finance Initiative (UNEP FI) ist eine Partnerschaft zwischen dem UN-Umweltprogramm (UNEP) und dem globalen Finanzsektor, um private Finanzmittel für eine nachhaltige Entwicklung zu mobilisieren. UNEP FI arbeitet mit über 450 Banken, Versicherern und Investoren sowie mehr als 100 unterstützenden Institutionen zusammen, um einen Finanzsektor zu schaffen, der sowohl den Menschen als auch dem Planeten dient und positive Auswirkungen erzielt.
United Nations Environment – Finance Initiative