Sechs Trends prägen Banken und Finanzdienstleister im Jahr 2026

Der Banken- und Finanzdienstleistungssektor steht 2026 vor tiefgreifenden Umbrüchen. Wirtschaftliche Unsicherheiten, neue regulatorische Vorgaben sowie der rasante Fortschritt bei Digitalisierung und künstlicher Intelligenz verändern Geschäftsmodelle und Wettbewerbsbedingungen.

Nach Einschätzung von Nando Freyberg, Senior Strategic Relationship Manager bei der US-amerikanischen Unternehmensberatung Dun & Bradstreet, lassen sich sechs zentrale Trends identifizieren, die die Branche im laufenden Jahr maßgeblich prägen.

Dazu zählt zunächst ein anhaltender Margendruck infolge niedriger Zinsen und hoher Volatilität. Banken suchen verstärkt nach neuen, gebührenbasierten Einnahmequellen, etwa in den Bereichen Zahlungsverkehr, Vermögensverwaltung oder Beratung. Gleichzeitig gewinnen Plattformmodelle und eingebettete Finanzdienstleistungen an Bedeutung. Voraussetzung für Wachstum sei der Einsatz hochwertiger, strukturierter Daten und fortschrittlicher Analysen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Cyber- und Resilienzrisiken. Neue Vorschriften wie DORA in der EU rücken digitale Widerstandsfähigkeit und das Management von Drittanbieter-Risiken stärker in den Fokus. Laut Dun & Bradstreet sehen mehr als 90 Prozent der Führungskräfte Cyberkriminalität und Betrug als größte Bedrohungen. Gefordert sind integrierte Echtzeit-Risikoinformationen und regional angepasste Bewertungen.

Zugleich erreicht der Einsatz von Künstlicher Intelligenz einen Wendepunkt. 2026 markiert den Übergang von Pilotprojekten hin zur unternehmensweiten KI-Nutzung, etwa in der Risikoanalyse, im Kundenservice oder bei Prognosen. Allerdings scheitern viele Vorhaben an mangelhafter Datenqualität. Eine verlässliche Datenbasis gilt daher als zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Transformation.

Auch Datenqualität und Open Finance entwickeln sich zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren. Neue Regeln wie die europäische Financial Data Access Regulation sollen den Datenaustausch erleichtern und personalisierte Angebote ermöglichen. Saubere, interoperable Daten sind notwendig, um Fehlentscheidungen und Verzerrungen in KI-Modellen zu vermeiden.

Parallel beschleunigt sich das regulatorische Umfeld. Strengere Anforderungen an Resilienz, KI-Governance und Sofortzahlungen erhöhen den Anpassungsdruck. Compliance entwickelt sich dabei zunehmend von einer Pflicht zu einem strategischen Vorteil, wenn Institute auf automatisierte Überwachung und Echtzeit-Reporting setzen.

Nicht zuletzt verändern sich die Kundenerwartungen. Mobile Nutzung, Fintech-Wettbewerb und der Wunsch nach Transparenz treiben die Nachfrage nach Echtzeit-Services, personalisierten Angeboten und vertrauenswürdigen digitalen Prozessen. Banken müssen Omnichannel-Strategien, schnelle Identitätsprüfungen und datenbasierte Personalisierung ausbauen, um Kundenbindung und Vertrauen zu sichern. (DFPA/abg)

Dun & Bradstreet ist ein weltweiter Anbieter von Daten und Analysen zur Entscheidungsfindung. Die Data Cloud von Dun & Bradstreet liefert seit 1841 Lösungen und Erkenntnisse, die es den Kunden ermöglichen, ihre Umsätze zu steigern, Kosten zu senken, Risiken zu minimieren und ihr Geschäft zu verändern. Die Deutsche Niederlassung befindet sich in Frankfurt am Main.

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