Die Energiewende wird zur strategischen Investitionschance

Timo Werner

Die Energiewende ist in den vergangenen Jahren deutlich vorangekommen. Mehr als die Hälfte des deutschen Strombedarf wird inzwischen aus erneuerbaren Quellen wie Windkraft oder Photovoltaik gedeckt.

Doch mit der steigenden Elektrifizierung von Mobilität und Wärme sowie der exponentiell zunehmenden Digitalisierung wächst auch der Bedarf an „grünem“ Strom. Gleichzeitig stoßen bestehende Strukturen an ihre Grenzen: Netzkapazitäten sind vielerorts unzureichend, geeignete Standorte für neue Anlagen werden knapp und die Versorgungssicherheit muss verbessert werden, auch ohne dafür teure fossile Kraftwerksreserven vorhalten zu müssen. Die folgenden Entwicklungen werden die Transformation der Stromversorgung deshalb in den kommenden Jahren prägen.

 

Speichertechnologie immer wichtiger

Ein wichtiges Thema ist die Hybridisierung von Erzeugungsanlagen. Indem verschiedene Energiequellen wie Wind und Photovoltaik an einem Netzanschlusspunkt gebündelt werden, lassen sich Netzkapazitäten effizienter nutzen und die Stromproduktion der Gesamtanlage stabilisieren, da sich die Erzeugungsprofile etwa von Wind- und Sonnenenergie stark unterscheiden und zum Teil komplementär sind. Ergänzend dazu spielt die Speichertechnologie eine immer wichtigere Rolle: Fortschritte bei Batteriespeichern machen sie wirtschaftlicher und ermöglichen es, Erzeugungsspitzen aus Erneuerbaren Energien besser zu nutzen. Ihr Ausbau hat seit einigen Jahren deutlich Fahrt aufgenommen.

 

Da geeignete Standorte für neue Windparks immer seltener werden und Genehmigungsprozesse zum Teil langwierig und komplex sind, gewinnt das Repowering bestehender Anlagen an Bedeutung. Moderne Windräder sind etwa dreimal so leistungsfähig wie ältere Modelle, sodass durch den Austausch alter Anlagen die Produktion erheblich gesteigert werden kann. Hinzu kommt, dass oftmals die besten Standorte mit den ältesten und aus heutiger Sicht ineffizientesten Anlagen bebaut sind. Auch bei Photovoltaik kann Repowering inzwischen sinnvoll sein.

 

Offshore-Windparks haben erhebliches Potenzial

Gleichzeitig rückt die Offshore-Windenergie verstärkt in den Fokus: Dank stabilerer Windverhältnisse und höherer Leistung pro Anlage bieten Offshore-Windparks erhebliches Potenzial für den weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien. Bis 2030 soll die Kapazität in Deutschland von derzeit neun auf 30 Gigawatt steigen. Allerdings erfordern sie nicht nur geeignete Standorte und eine komplexe Netzanbindung, sondern auch eine umfangreiche Infrastruktur in Küstenregionen für Bau und Wartung der Anlagen.

Nicht zuletzt erfordert die Transformation des Energiesystems eine leistungsfähigere Netzinfrastruktur. Neben Hochspannungsleitungen zur Stromverteilung zwischen Nord- und Süddeutschland müssen auch lokale Netze ausgebaut werden, um neue Verbraucher wie Wärmepumpen und E-Ladestationen zuverlässig zu versorgen. Zudem verändert sich das Netz: Es ist nicht mehr nur Verteiler, sondern muss zunehmend auch von Haushalten und Unternehmen eingespeisten Strom aufnehmen.

Die Energiewende ist kein reines Ausbauprojekt mehr, sondern entwickelt sich zur strategischen Investitionschance. Die zunehmende Differenzierung der Assetklasse „Erneuerbare Infrastruktur“ eröffnet somit neue, stärker diversifizierte Möglichkeiten für Kapitalanleger.

Timo Werner ist Fondsmanager des „klimaVest“ von Commerz Real, Düsseldorf. Beim „klimaVest“ handelt es sich um einen European Long Term Investment Fund (ELTIF) mit einem Fondsvermögen von derzeit rund 1,5 Milliarden Euro.

https://commerzreal.com , https://klimavest.de/de/

 

Der Beitrag ist zuerst im Schwerpunkt zu EXXECNEWS Ausgabe 07 erschienen.

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