Handelsimmobilien: Versorgung bleibt resilient

Paschalis Christodoulids

Laut dem Handelsverband Deutschland (HDE) erzielte der Einzelhandel in Deutschland 2025 einen Gesamtumsatz von 683,7 Milliarden Euro – ein Plus von 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Preisbereinigt lag der Anstieg bei 1,5 Prozent. Der stationäre Handel wuchs nominal um 2,8 Prozent auf 591,4 Milliarden Euro, der Onlinehandel legte mit 3,9 Prozent auf 92,3 Milliarden Euro etwas stärker zu. Ein differenziertes Bild, das vor allem eines zeigt: Der stationäre Handel zeigt sich sehr robust.

 

Lebensmittelmärkte im Fokus der Investoren

Am deutschen Investmentmarkt für Einzelhandelsimmobilien wurden 2025 Transaktionen über 6,4 Milliarden Euro abgewickelt. Dies ist ein Anstieg von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Einzelhandelsimmobilien behaupteten damit ihren Rang als drittgrößtes Segment nach Wohnen und Logistik.

Besonders bemerkenswert: Fachmärkte und Fachmarktzentren eroberten mit einem Marktanteil von 49 Prozent (plus 15 Prozentpunkte) ihre traditionelle Spitzenposition zurück. Auch die Renditen entwickelten sich erfreulich: Fachmarktzentren erzielten zum Jahresende eine Spitzenrendite von 4,9 Prozent, Lebensmittelmärkte kamen auf 4,6 Prozent. Der leichte Rückgang um jeweils 0,1 Prozentpunkte signalisiert eine wachsende Nachfrage nach dieser Assetklasse.

 

Solider Jahresauftakt 2026 – trotz geopolitischem Gegenwind

Die geopolitischen Spannungen rund um den Irankonflikt haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute veranlasst, auch die deutsche Wachstumsprognose für 2026 Anfang April gemeinschaftlich auf 0,6 Prozent zu senken.

Für Anleger stellt sich die Frage, wie darauf zu reagieren ist. Die Antwort des Marktes fällt bemerkenswert eindeutig aus: Lebensmittelmärkte, Fachmarktzentren und Baumärkte bedienen eine weitgehend unelastische Nachfrage. Menschen kaufen Lebensmittel, Drogerieartikel und Baumarktprodukte unabhängig von der Konjunkturlage. Diese Resilienz hat sich in jeder Krise der vergangenen Jahre bestätigt – in der Pandemie, während des Ukrainekriegs und nun im aktuellen geopolitischen Umfeld.

Die Hauptmieter sind überwiegend führende Einzelhandelskonzerne wie Edeka, Kaufland, Rewe, Lidl, Aldi, Obi oder Hornbach. Sie verfügen über eine gute Bonität und gehen langfristige Mietverträge ein, teilweise mit Laufzeiten von weit über zehn Jahren. Für Investoren ergeben sich daraus verlässliche Einkommensströme, zumal indexierte Mietverträge dafür sorgen, dass die Einnahmen mit steigenden Verbraucherpreisen Schritt halten.

 

Ausblick positiv

Das Umfeld für versorgungsorientierte Handelsimmobilien hat sich trotz aller Unsicherheiten nicht grundlegend verändert. Die Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs bleibt konstant, die Mietvertragsstrukturen bieten einen eingebauten Inflationsschutz, und die Renditen im Fachmarktsegment bewegen sich auf stabilem Niveau. Gerade in einem Umfeld steigender Preise erweist sich die Indexierung der Mietverträge als echter Werthaltigkeitsfaktor. Für sicherheits- und renditeorientierte Anleger bleibt die Assetklasse damit das, was sie seit Jahren ist: ein verlässlicher Stabilitätsanker.

Paschalis Christodoulidis ist Prokurist und Leiter Vertrieb Privatkunden bei der Hahn-Gruppe, Bergisch Gladbach. Sie ist mit einem verwalteten Vermögen von über sieben Milliarden Euro führend im Angebot geschlossener Handelsimmobilien-Fonds.

www.hahnag.de

 

Der Beitrag ist zuerst im EXXECNEWS Schwerpunkt Gewerbeimmobilien in EXXECNEWS Ausgabe 10-2026 erschienen.

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