Fokus Wohnen Deutschland setzt Anteilsrücknahme aus
Der offene Immobilienfonds Fokus Wohnen Deutschland hat seit 26. Februar 2026 die Rücknahme von Anteilen vorübergehend ausgesetzt. Anleger können somit derzeit nicht über ihr investiertes Kapital verfügen. Die Dauer der Aussetzung ist unklar, maximal möglich sind 36 Monate.
Als Grund nennt die Fondsmanagerin Industria Immobilien GmbH unzureichende Liquidität, um die Rückgabewünsche der Anleger zu erfüllen und gleichzeitig den laufenden Betrieb der Fondsimmobilien sicherzustellen. Hohe Zinsen, steigende Finanzierungskosten und längere Verkaufsprozesse belasten den Immobilienmarkt zusätzlich. Seit 2024 wurden bereits zehn Objekte mit einem Volumen von rund 163 Millionen Euro verkauft, weitere Verkäufe seien geplant.
Rechtsanwalt Thomas Sittner von CLLB Rechtsanwälte weist darauf hin, dass Anleger im Falle einer längerfristigen Aussetzung finanzielle Verluste erleiden könnten. Ähnliche Maßnahmen gelten bereits bei anderen offenen Fonds wie Wertgrund WohnSelect D. Die Entwicklung verdeutliche, dass offene Immobilienfonds trotz oft dargestellter Sicherheit Risiken wie Marktwertschwankungen, Mietausfälle oder Sanierungsbedarf unterliegen.
Die IntReal International Real Estate KVG, die den Fonds aufgelegt hat, betont, dass während der Aussetzungsphase auch keine neuen Fondsanteile gezeichnet werden können. Anleger werden beraten, um ihre Rechte und Handlungsmöglichkeiten zu prüfen. (DFPA/abg)
Mehr Informationen: https://www.cllb.de/