Kommentar: Warsh-Nominierung könnte Kurs der US-Geldpolitik verändern
Die Nominierung von Kevin Warsh als möglicher Nachfolger von Fed-Chef Jerome Powell deutet nach Einschätzung von Daniel Siluk, Head of Global Short Duration and Liquidity, Janus Henderson Investors auf eine neue Phase der US-Geldpolitik hin. Der frühere Notenbanker stehe für eine vergleichsweise straffe Grundhaltung, verbinde diese jedoch mit der Bereitschaft, Instrumente und Leitlinien der Federal Reserve an ein verändertes wirtschaftliches Umfeld anzupassen.
Warsh kritisiert seit Jahren die stark ausgeweitete Bilanz der US-Notenbank und plädiert für einen Abbau der Vermögensbestände, der nach seiner Auffassung auch Spielraum für niedrigere Leitzinsen schaffen könnte. Zugleich dürfte er die Rolle von Forward Guidance zurückfahren, was nach Einschätzung von Analysten zu stärkeren Marktschwankungen führen könnte, da geldpolitische Signale weniger klar vorab kommuniziert würden.
Beobachter erwarten zudem eine engere, aber nicht untergeordnete Abstimmung zwischen Fed und US-Finanzministerium sowie eine stärkere Berücksichtigung möglicher Produktivitätsgewinne durch künstliche Intelligenz. An den Finanzmärkten wird daher mit sinkenden Kurzfristzinsen, steigenden Langfristzinsen und insgesamt höherer Zinsvolatilität gerechnet. (DFPA/abg)
Janus Henderson Investors zählt zu den weltweit führenden aktiven Vermögensverwaltern mit Sitz in London. Das Unternehmen verwaltet rund 373 Milliarden US-Dollar (Stand: März 2025) und betreut Kunden in über 25 Ländern. Janus Henderson ist an der New Yorker Börse gelistet und spezialisiert sich auf differenzierte Investmentstrategien und innovative Produktlösungen.